Elektromobilität:Masterplan fürs BMW-Stammwerk

Lesezeit: 3 min

Elektromobilität: Die Simulation zeigt, wie das neue BMW-Areal einmal aussehen soll.

Die Simulation zeigt, wie das neue BMW-Areal einmal aussehen soll.

(Foto: BMW Group)

Der Autobauer will seinen Standort in München zu einem modernen Produktionscampus umbauen. Das bisher hermetisch abgeriegelte Gelände soll sich öffnen, transparente Fassaden sollen Einblicke in die Fertigung bieten.

Von Alfred Dürr

Ein traditionsreiches Industrieareal verändert das Erscheinungsbild. Das Stammwerk des Autobauers BMW in Milbertshofen, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1913 zurückgehen, wandelt sich im Hinblick auf die Elektromobilität zu einem modernen Produktionscampus. Das bisherige innere Gefüge der Hallen wird umstrukturiert, aber BMW will sich auch aktiv an der Quartiersentwicklung rund um das Werk beteiligen. Zwei international renommierte Architektenbüros legen nun den gemeinsam verfassten Masterplan für die Zukunft des Geländes vor.

Aus einem Architekturwettbewerb waren im Februar die Entwürfe der Büros OMA Office for Metropolitan Architecture, Rotterdam, und 3XN aus Kopenhagen als gleichwertige Gewinner hervorgegangen. Beide Büros haben sich für das Großprojekt zusammengeschlossen. Fachplaner sind Vogt Landschaftsarchitekten, Berlin, Systematica, Mailand, GXN, Kopenhagen und Transsolar München..

Das bisher hermetisch abgeriegelte Gelände soll sich künftig stärker hin zur Nachbarschaft öffnen. So sollen zum Beispiel im nördlichen Bereich Wege und eine grüne Platzanlage den Übergang zur Wohnbebauung schaffen. An der Lerchenauer Straße und mit einem geplanten Brückenschlag zum Busbahnhof Olympiazentrum und zum Olympiagelände soll der neue Haupteingang ins Werk entstehen. Von zentraler Bedeutung ist die Begrünung der Hallendächer, die gewissermaßen den Olympiapark ins Industriegelände verlängern. Die Fassaden der Fabrikgebäude sollen sich offen und transparent präsentieren - und damit auch Einblicke in die Autoproduktion bieten.

Zur klaren Strukturierung des bisher stark verschachtelten Geländes gehört eine neue zentrale Achse, die das Areal in der Mitte durchzieht. Die Wege für Personen und für den Logistikverkehr werden klar getrennt. Damit könne man nicht nur die Produktionsprozesse optimieren, sagt Peter Weber, der Leiter des Werkes. Durch die neugestalteten Ebenen entstünden Grünzonen, die das Mikroklima im Werk regulieren. Nachhaltigkeit sei ein zentrales Prinzip des Masterplans. Im Stammwerk arbeiten 7000 Personen aus 50 Nationen.

Elektromobilität: Die Sicht aus der Vogelperspektive, am Bildrand unten links liegt die BMW-Welt mit ihrer futuristischen Architektur.

Die Sicht aus der Vogelperspektive, am Bildrand unten links liegt die BMW-Welt mit ihrer futuristischen Architektur.

(Foto: BMW Group)

"Wir haben ein Konzept, das uns den Weg in die Zukunft zeigt", sagt Nicole Haft-Zboril, die Leiterin des Immobilienmanagements bei BMW. Die einzelnen Schritte müssten nun noch genau ausgearbeitet werden. Der geplante Umbau des Werks stößt bei der Stadt auf Zustimmung. Die Vernetzung des Werksgeländes mit der Umgebung werde der besonderen Lage "mitten in der Stadt" gerecht, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Davon profitierten vor allem auch die Anwohner. BMW verbinde seinen Weg hin zu einer Mobilität der Zukunft mit der Entwicklung eines klimaneutralen Werks: "Das ist auch ein starkes Bekenntnis zum Standort München."

Das Werk hat bereits die Transformation hin zur Elektromobilität gestartet. Seit Oktober laufen die ersten vollelektrischen Autos vom Band. Vom kommenden Jahr an soll mindestens die Hälfte aller Fahrzeuge aus dem Werk München einen elektrischen Antrieb haben. Die Produktion von Verbrennern wird an andere Standorte von BMW ausgelagert. Es ist eine besondere Herausforderung, so betont Werkleiter Peter Weber, den Umbau der Anlagen unter laufendem Betrieb vorzunehmen.

Die Geschichte des Areals, das Bestandteil des BMW-Ensembles mit dem Verwaltungs-Hochhaus ("Vierzylinder"), der BMW-Welt und dem Museum ist, lässt sich bis in das Jahr 1913 zurückverfolgen. Am Oberwiesenfeld, dem späteren Olympiagelände, begannen die Flugmaschinenwerke Gustav Otto mit der Errichtung eines neuen Werkes. BMW nutzt das Areal seit 1922. In diesem Jahr steht also das hundertste Jubiläum an. Im Lauf der Geschichte hat sich die Struktur der Gebäude und die Art der Produktion immer wieder verändert. Vor allem sind die Wohngebiete immer näher an das Gelände gerückt.

Was künftig auf dem Stammareal von BMW passiert, ist allerdings ein besonders tiefer Einschnitt. Man sei mitten in der Transformation der Autoindustrie in Richtung Elektromobilität und Digitalisierung, heißt es bei BMW. Deswegen sei es auch ein zentraler Erfolgsfaktor, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein optimales Umfeld für Leistung, Identifikation und Begegnung zu schaffen.

Das bedeute allerdings auch, dass das Unternehmen Verantwortung für die Entwicklung "unserer urbanen Umgebung" nehme. Deswegen will BMW auch im Gespräch über die verkehrliche Anbindung, die Nachhaltigkeit und generell über die Wahrnehmung und die Außenwirkung des Industrieareals mit Nachbarn und Stadtplanern bleiben.

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