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Barele:Ein Glas Vino mit Amore

Wein-Trinker dürften sich im Barele wohlfühlen: 50 verschiedene Sorten gibt es - und eine eigene Kreation.

(Foto: Gino Dambrowski)

Im Barele in der Altstadt gibt es Antipasti, selbstkreierten Wein - und einen Tinder-Tisch, an dem sich Liebessuchende treffen können.

Von Lea Arbinger

Lediglich drei Holztische stehen im Innenraum der Weinbar Barele zwischen dem Isartor und dem Marienplatz. Samtgrüne Polster, passende Stoffservietten und dunkles Holz an den Wänden lassen zwar den ohnehin kleinen Raum noch kleiner wirken, machen ihn aber auch gemütlich. Draußen stehen weitere fünf Tische, trotzdem ist abends meistens ausreserviert.

Im Barele ist alles mit Liebe gemacht - mit Liebe fürs Detail, für mediterrane Antipasti und zuallererst für guten Wein. Der Amore-Wein, kreiert vom 27-jährigen Inhaber und Sommelier Raffaele Colonna, ist ein Verschnitt aus Weißburgunder, Silvaner, Rivaner und Gewürztraminer. Ein Gläschen kostet fünf, die Flasche 26 Euro. Das Etikett zieren Weintrauben in Herzform. Mittlerweile gibt es auch einen Amore-Sekt. Im Barele gibt es aber auch andere Weine. Insgesamt sind es knapp 50 Positionen, größtenteils aus der Toskana.

Apropos Amore: Im Barele gibt es einen Tinder-Tisch. Für 20 Minuten können sich Singles dort mit einem Tinder-Date verabreden - eine Sanduhr läuft mit. Funkt es nicht, ist das Treffen vorbei. Funkt es, kann das Rendezvous an einem der anderen Tische fortgesetzt werden. Die Flasche Amore-Wein gibt es dann für 20 statt für 26 Euro, zum Mitnehmen für nur 13 Euro. "Der Tinder-Tisch fing als Schnapsidee an, die wir dann trotzdem umgesetzt haben", erzählt Raffaele Colonna. Seit der Eröffnung am 18. Juni hat es an dem kleinen Tisch zwei Dates gegeben. Wie sie ausgegangen sind? "Die einen sind geblieben, bei den anderen ist der Mann nach 20 Minuten gegangen."

Frische und regionale Zutaten sind neben Amore die Basis für die Gerichte im Barele. Das Sauerteigbrot, das unter anderem die Grundlage für die Bruschetta ist, kommt aus einer Bäckerei in Grünwald. Das Gemüse kauft Raffaele Colonna direkt in München. Auf der wechselnden Tageskarte stehen italienisch angehauchte Gerichte. Die Spaghetti - ob klassisch mit Kirschtomaten oder mit Scampi und Mangold - sind perfetto al dente. Beim Kochen kann man zuschauen, die kleine Küche im ebenso kleinen Barele ist offen. Für Antipasti-Liebhaber gibt's fein geschnittenen San Daniele Schinken mit Honigmelone, Zucchinigemüse mit Burrata oder Bruschetta. Die Antipasti kosten zwischen zehn und 15 Euro.

Das Barele ist modern, elegant und familiär. Es ist keine Bar für Jogginghosen-Träger, aber auch nicht nur für Anzugtypen. Liebessuchende sind dort genauso willkommen, wie die, die sie schon gefunden haben. Wer hingegen auf der Suche nach ausgefallenen alkoholfreien Cocktails ist, ist im Barele falsch. Dort dominiert der Wein.

Adresse: Hochbrückenstraße 4, 80331 München, Telefon: 0171/7837234, Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11.30 bis 22 Uhr, rc@barele.de

© SZ vom 20.10.2020/vewo

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