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Mitten in Fürstenried:Der Knödel und die Wissenschaft

Wer die runden Dinger zubereiten will, die man im Norden Klöße nennt, braucht natürlich ein gutes Rezept und kulinarisches Können. Es  schadet aber auch nicht, wenn man die Etymologie des Wortes Knödel kennt

Seit wann genau die Menschheit das Vergnügen hat, Knödel zu verspeisen, ist nicht mit letzter Sicherheit zu bestimmen, denn schon aufgrund ihrer Beschaffenheit verschließen sich diese fragilen Gebilde im Nachhinein jeder Exploration. Sie lösen sich, selbst wenn sie ein kulinarischer Trottel so hart zubereitet hätte, dass sie nur zum Zähneausbeißen taugten, dann doch relativ schnell auf, so dass die Radiokarbonmethode zur Altersbestimmung ausscheidet.

Im Übrigen muss man auch bedenken, dass die Menschheit relativ lange dem Glauben anhing, dass die Erde keine Kugel, sondern eine Scheibe sei. Nicht einmal dem großen griechischen Philosophen Aristoteles gelang es, seine Mitmenschen von diesem Irrglauben abzubringen, sodass selbst einige der großen Seefahrer des Mittelalters wohl insgeheim befürchteten, am Rande der Scheibe ins Ungewisse abzustürzen.

Die Menschen der Frühzeit haben ihre ersten Knödel also wohl nicht nach dem Modell ihres Planeten geformt, gewissermaßen als Erdkugel im Kleinen. Zumindest für den deutschen Sprachraum spricht dafür auch die Etymologie, denn das spätmittelhochdeutsche Wort "Knödel" ist auf das althochdeutsche "chnodo" zurückzuführen, was dann im Mittelhochdeutschen zu "knode" mutierte, was "kleiner Hügel" bedeutete. Man musste also damals, um einen Knödel zu bekommen, zwei kleine Hügel zusammenpappen. Das haben dann auch die Tschechen, die Italiener und die Franzosen eingesehen, die dieses aus Teig geformte Konstrukt dann "knedlík", "canederli" sowie "quenelle" genannt haben.

Dies alles gilt es zu wissen, wenn man am nächsten Freitag mitreden will beim großen "Knödelabend" im Bürgertreff Süd an der Forstenrieder Allee 65 b. Nur zehn Personen ist es vergönnt, an diesem "Abend der runden Verführung" teilzunehmen, sodass man sich spätestens bis zum 6. Juni unter Telefon 755 093 96 anmelden und schon mal acht Euro einstecken sollte, der Beitrag für die Teilnahme. Dann heißt es: Teig kneten, Knödel formen und im nicht mehr kochenden Wasser simmern lassen. Wichtig ist, dass sie an der Oberfläche schwimmen. So lassen sie sich dann auch leichter fassen - und genüsslich verspeisen.