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Meine Woche:"Der Heini hat's gerichtet"

Noch Bürgermeister von Planegg und Martinsried: Heinrich Hoffmann.

(Foto: Catherina Hess)

Planeggs Bürgermeister Hofmann geht in seine letzten Amtstage

Vier Tage noch ist Heinrich Hofmann (SPD) erster Bürgermeister von Planegg und Martinsried. Die Gemeinde im Würmtal, vor den Toren Münchens, zählt 11 500 Einwohner und hat im Ortsteil Martinsried einen Uni-Campus und mit dem Innovations- und Gründerzentrum (IZB) am Klopferspitz einen international renommierten Standort für Biotechnologie-Unternehmen, mit Labors, Produktionsstätten und Büros auf 23 000 Quadratmetern. Von Freitag, 1. Mai an, übernimmt offiziell Hermann Nafziger (CSU) das Amt.

Die letzte Woche seiner fünfeinhalbjährigen "Regierungszeit" wird ein wenig anders, sagt Hofmann (): "Eine ganz normale Arbeitswoche kann es in diesen Corona-Zeiten leider nicht geben - auch wenn die wöchentlich anstehenden Abläufe im Rathaus nicht darunter leiden dürfen." Ein neues Zelt für Veranstaltungen auf dem Marktplatz wird er am Donnerstag noch einweihen, auch wenn es sich nur um ein Probe-Aufstellen handeln kann, und sich im übrigen, so peu à peu, von seinen Mitarbeitern verabschieden: "Bedauerlicherweise kann ich mich von allen gemeinsam nicht mehr bei einer Feier verabschieden" - Corona sei's gedankt.

Trotzdem steht noch ein größeres Ereignis bevor, auf das sich Hofmann besonders freut: Am 30. April findet passgenau auch die letzte Gemeinderatssitzung statt, die er als Bürgermeister leitet: "Hier werden die ausscheidenden Gemeinderäte verabschiedet und ich kann meine Amtsvorgänger ehren, denen ich noch den Titel "Altbürgermeister-in" verleihen darf, weil das der alte Gemeinderat auf meinen Antrag hin so entschieden hat." "Wehmut" empfindet Heinrich Hofmann in diesen Tagen schon: "So ein kleiner U-Bahn-Spatenstich, das wär's schon gewesen, aber mei..." - eine Anspielung auf die Verlängerung der U6 von Großhadern nach Martinsried, die sich kaugummizäh zieht und schon seiner verstorbenen Vorgängerin Annemarie Detsch viel Arbeit und oft Verdruss beschert hat.

Ansonsten ist er stolz auf seine Arbeit und hat eine Art Bilanz zusammengestellt, die er den alten und neuen Gemeinderäten am Donnerstag überreichen wird. In den letzten Tagen hat Hofmann seinen Nachfolger Hermann Nafziger immer wieder mal getroffen, um ihn ins Innenleben des Amts einzuweihen. Beim Amtsantritt 2014 hat die Süddeutsche Zeitung in Anspielung auf seinen Spitznamen getitelt: "Der Heini wird's schon richten..." Und: Hat's der Heini gerichtet? Da kommt es selbstbewusst zurück: "Ja freilich hat's der Heini gerichtet. Manches gut, manches zufrieden oder auch nur ausreichend. In der Gesamtbilanz aber positiv und mit großer Freude."

© SZ vom 27.04.2020

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