Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt 50 Notrufeinsätze pro Tag

Ausnahmesituation: Wegen zweier verdächtiger Reisetaschen wurden Ende Oktober Teile des Hauptbahnhofs gesperrt.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Die Polizei hat ihre Kontrollen im Bahnhofsviertel verstärkt, deswegen registriert sie einen Anstieg der Drogendelikte

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Mit einer großen Präsenz im Bahnhofsviertel und massiven Kontrollen am Hauptbahnhof ist die Polizei in diesem Jahr aufgefallen. Seit Mai wurden 3000 Menschen rund um den Hauptbahnhof kontrolliert. Oft greift in dieser Gegend die Bundespolizei ein, doch in der Regel sind es die Beamten von der Polizeiinspektion (PI) 14, die zweitgrößte Inspektion der Stadt. Ihr Wirkungsbereich erstreckt sich vom Bahnhofsviertel bis zur Isar und ins Westend, wo sie in der Beethovenstraße ihren Sitz hat. Hauptkommissar Christian Schäfer, seit September stellvertretender Leiter der PI 14 mit etwa 100 Beamten, legte nun seinen ersten Sicherheitsbericht vor, wie schon in der Bürgerversammlung der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Mit dem hohen Kontrolldruck sollten Straftaten eingedämmt werden, sagte er. Folge sei allerdings oft eine Verdrängung der Szene in andere Gegenden. Die Beamten versuchten dies ebenfalls zu verhindern.

Trotz der vielen Kontrollen sind die Straftaten, die in der jüngsten Statistik bei der Inspektion erfasst sind - 14 300 - sogar um 1800 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das entspräche einem Rückgang um zehn Prozent. Allerdings geben die Zahlen nicht den neuesten Stand wieder, sondern beziehen sich auf den Zeitraum von November 2016 bis Oktober 2017. Andererseits sei bei den Drogendelikten - wegen vieler Kontrollen in der Szene - in diesem Jahr eine Steigerung im "zweistelligen Prozentbereich" zu erwarten, sagte Schäfer.

Die Zahl der Diebstähle ist im vergangenen Jahr sogar um 20 Prozent zurückgegangen. Um zehn Prozent gesunken ist auch die Zahl der bis Oktober 2017 als gestohlen gemeldeten Fahrräder. Auch für 2018 sei hier ein Rückgang zu erwarten, sagte Christian Schäfer. Ebenso rückläufig sind Büroeinbrüche (62 in 2017) und - besonders auffällig - Kelleraufbrüche (von 73 in 2016 auf 22 in 2017). Es habe zwar mehr Wohnungseinbrüche als 2016 gegeben, aber auch diese Zahl sei mit 25 für die Innenstadt "verschwindend gering".

Bei den Verkehrsunfällen - diese Zahlen sind aktuell, sie wurden in der Zeit von November 2017 bis Oktober 2018 erfasst - gab es Verschlechterungen, jedenfalls bei den Unfällen, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Die Zahl stieg von 187 auf 199, darunter sind auch verletzte Fahrradfahrer erfasst. Die Zahl der Unfälle, bei denen Fußgänger verletzt wurden, stieg von 67 in 2016/17 auf 86 in den vergangenen zwölf Monaten. Es seien keine örtlichen Unfallschwerpunkte festgestellt worden, sagte Schäfer. Als risikoreich habe sich vor allem gezeigt, dass sich viele von ihrem Handy ablenken ließen. Die Unfälle unter Alkoholeinfluss seien dagegen um zehn Prozent auf 30 zurückgegangen. Es gab einen Toten, ein Motorradfahrer, der beim Abbiegen in ein Taxi fuhr. Und es gab drei Schulwegunfälle, bei denen Kinder von Autos erfasst wurden. Gefragt nach den Notrufeinsätzen nannte Schäfer die Zahl 14200 für das Jahr 2018. Das entspräche etwa 50 Notrufeinsätzen pro Tag.