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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Ein Zelt für den Notfall

Caritas plant Essensausgabe auf der Theresienwiese

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

In der Münchner Innenstadt gibt es schon seit August keine tägliche Ausgabe mehr von warmem Essen für Menschen in prekären Lebenslagen, zumindest nicht in großem Umfang. Die Ausgabe von St. Bonifaz und der Caritas musste coronabedingt im März schließen. Sie öffnete zwar im April wieder als Notausgabe "Brot und Mantel" an der Schwanthalerstraße 46, doch nur bis Juli. Das Haus soll abgerissen werden. Die Bayernkaserne im Norden der Stadt hat Anfang Juli die Ausgabe kostenloser Mahlzeiten eingestellt. Jetzt plant die Caritas, ein großes Zelt zu mieten und den Winter über zur Essensausgabe auf der Theresienwiese aufzustellen. Im Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt stießen die Zeltpläne auf grundsätzliche Unterstützung. Es sei dringend notwendig, dass im Viertel wieder Essen ausgegeben werde, hieß es. Bislang ist das nur ein Plan. Die Caritas sucht auch nach anderen Möglichkeiten. Spätestens im Oktober soll wieder Essen ausgegeben werden. Doch in der Innenstadt gibt es kaum freie Flächen, die groß genug sind, um ein Zelt mit 600 bis 800 Quadratmetern Fläche ein halbes Jahr lang stehen zu lassen.

Der kirchliche Sozialverband ist auch auf der Suche nach einem Raum in der Nähe des Hauptbahnhofs, möglichst größer als 600 Quadratmeter - auch das erweist sich nicht als einfach. Man denkt dort auch über Food Trucks nach, mit Vorzelten und Tischen, die man an gut erreichbaren Plätzen in der Innenstadt aufstellen könnte. Mit Food Trucks hat die Caritas bereits im Frühjahr über einige Wochen Erfahrungen gesammelt. 500 Menschen wurden über das Notquartier und zwei Food Trucks von April bis Juli täglich von der Notausgabe Brot und Mantel mit warmer Suppe, Brot und einfachen Getränken versorgt - Wohnungslose, Familien mit Kindern, Alleinstehende. Die Nachfrage sei im Juli noch gewachsen, hieß es seitens der Caritas.

Bahnhofsmission, Sozialreferat und das Amt für Wohnen und Migration wollen sich an der Organisation des neuen Angebots beteiligen. Auch das Inklusionsunternehmen Weißer Rabe, das zur Caritas gehört, ist eingebunden und soll das Catering übernehmen. Laut Caritas werden die Ausgaben über Spenden, Stiftungen, die katholische Kirche und das Sozialreferat finanziert.

© SZ vom 22.09.2020

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