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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Bekenntnis zum Standort

Das Arbeitsamt soll an der Kapuzinerstraße bleiben, weshalb auch mehrere Millionen Euro in dessen Umbau fließen

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Kunden der Agentur für Arbeit können davon ausgehen, dass sie langfristig weiterhin die Adresse an der Kapuzinerstraße nutzen werden. Wie Pressesprecherin Anne Beck bestätigt, habe es vor einigen Jahren Überlegungen gegeben, Wohnungen in dem Gebäude einzurichten, die seien jedoch lange vom Tisch. Es habe immer wieder Gerüchte gegeben, im vergangenen Jahr habe die Runde gemacht, dass Ikea das Gebäude übernehme. Doch inzwischen gehe man davon aus, dass die Münchner Agentur für Arbeit, immerhin die zweitgrößte Deutschlands, an Ort und Stelle bleibe. "Diese Räumlichkeiten gibt es doch sonst nirgendwo in dieser Stadt." Schon ihrer Kundschaft wegen, die sie gut erreichen müsse, könne die Agentur für Arbeit nicht das Zentrum verlassen.

Vielmehr werde das Gebäude für viele Millionen Euro umgebaut - für die Mitarbeiter der Agentur ein klares Signal, dass keine Verkaufsabsichten bestünden. Die Toiletten seien im vergangenen Jahr saniert worden. Derzeit werde eine Tiefgarage gebaut, die Zimmer würden mit Sonnenschutz ausgerüstet. Im nächsten Jahr sei die Kantine dran. Tatsächlich müsse ein Teilbereich ausziehen, allerdings nur vorübergehend, um "Bewegungsspielraum für den Umbau" zu schaffen. In die Zimmer, die leer gestanden hätten, sei inzwischen das "Kinderland" eingezogen, eine Ferienbetreuung für die Kinder der Mitarbeiter. Weitere Leerstände gebe es nicht im Haus. "Das täuscht", sagt Anne Beck.

Wenn der Eindruck entstanden sei, dass die Agentur für Arbeit nicht alle Räume nutze, sei das möglicherweise auf den coronabedingt leeren Eingangsbereich zurückzuführen - auch das Berufsinformationszentrum (BIZ), in dem sonst regelmäßig Veranstaltungen für Jugendliche, zwischendurch auch für Arbeitslose stattfinden, sei derzeit leer.

Die Gebäude an der Kapuzinerstraße gehören der Agentur für Arbeit. Die Medienreferentin in der Zentrale in Nürnberg, Susanne Eikemeier, bestätigt die Münchner Absichten ihrer Agentur. Es gebe keine Pläne für eine andere Nutzung des Gebäudes als die jetzige, sagt sie. "Da man nicht sagen kann, wie sich Wirtschaft, Arbeitsmarkt und die Stadt München beziehungsweise das Gebiet, in dem das Gebäude steht, in den nächsten zehn Jahren entwickeln werden, machen wir so weit im voraus keine Pläne für unsere Gebäude."

Der Schlachthof, ein direkter Anlieger der Arbeitsagentur und derzeit wegen starker Geruchsemissionen aus der Schweineschlachtung in der Kritik, hat in jüngster Zeit Proteste von direkten Anwohnern ausgelöst - bis hin zu Schließungsforderungen. Anne Beck von der Münchner Arbeitsagentur sagt dazu, dass der Geruch aus der Schweineschlachtung sehr wohl auch im Arbeitsamt ankomme, wenn auch eher an der rückwärtigen Front als vorne, wo sie arbeite. An einer Schließung seien die Mitarbeiter trotzdem nicht interessiert. "Die müssen endlich mal ihre Abluftanlagen in den Griff kriegen.

© SZ vom 17.08.2020

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