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SZ-Serie: Wahlgesänge:Gelbes Grün

Die FDP in "Ökohaching"

Dass man bei der FDP nicht so genau weiß, wo sie steht, hat ja eine lange Tradition. Unter Christian Lindner aber scheint die Partei dieses Image zum Prinzip erklärt zu haben. Zur Zielgruppe gehören jetzt nicht nur rechte Wirtschaftsliberale, denen die AfD dann doch zu unappetitlich ist, sondern auch enttäuschte Sozialdemokraten, die Helmut Schmidt nachtrauern. Auf eines aber war bisher immer Verlass: Mit den Grünen wollten die Freien Demokraten nichts zu tun haben.

Dass ihr Kreisvorsitzender Michael Ritz gegen den "soften Ökozeitgeist" wettert, der den Landkreis im Griff hat, verwundert also nicht. Aber warum wirbt die FDP dann in Oberhaching mit Wahlplakaten, auf denen in Gelb auf Magenta ganz groß "Ökohaching" steht? Gibt es die FDP jetzt auch in Grün? Sagen wir es einmal so: Die Partei hat - siehe Zeitgeist - offensichtlich nichts dagegen, wenn der eine oder andere Wähler diesen Eindruck gewinnt. Festlegen will sie sich aber natürlich nicht - die Plakate sind schließlich nur die Einladung für eine "offene Diskussion zur Umweltpolitik". Und da wird dann schon für jeden etwas dabei sein.

An dieser Stelle spießt die SZ bis zum Wahltag am 15. März Kuriositäten und Besonderheiten im Kommunalwahlkampf auf.

© SZ vom 21.01.2020 / wkr
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