Sauerlach:Voll nach einem Kaffee

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Sauerlach: Bürgermeisterin Barbara Bogner ist die erste, die bei Harald und Martin Praml Strom tankt.

Bürgermeisterin Barbara Bogner ist die erste, die bei Harald und Martin Praml Strom tankt.

(Foto: Claus Schunk)

In Sauerlach öffnet ein Schnellladepark für E-Autos.

Von Michael Morosow, Sauerlach

Die erste Kundin, die am Mittwoch auf dem Parkplatz des Gartencenters Dehner in Sauerlach Strom für ihr E-Auto tankt, wenn auch nur für ein Foto, ist Barbara Bogner, Bürgermeisterin des Ortes - noch bevor sie mit einem Scherenschnitt das Band durchschneidet und damit den Ultra-Schnellladepark eröffnet. An fünf blauen Säulen mit je zwei Ladeanschlüssen können nunmehr zehn E-Autos gleichzeitig ihre Akkus aufladen mit grünem Strom, und das in weniger als einer halben Stunde. "App starten, Kabel raus und des war's, schon fließen die Liter", erklärt Harald Praml der Rathauschefin. Zusammen mit seinem Bruder Martin hat er 2006 das Unternehmen Citywatt gegründet, "zu einer Zeit, als noch gar keine E-Autos auf dem Markt waren", wie er berichtet.

Inzwischen boomt das Geschäft, und dass sich die Investition in Höhe von 2,5 Millionen Euro in den Standort Sauerlach lohnen wird, davon ist er überzeugt. Wie auch Franz Unterbichler, Geschäftsführer der LHI Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Pullach, die als Investor hinter den Betreibern steht. Als erster Investor in Deutschland und Europa, der im großen Stil diese Technik finanziere, wie Praml sagt. Das liegt wohl vor allem daran, dass der Markt für E-Fahrzeuge rasant wächst und damit die Nachfrage im Bereich der Ladevorrichtungen.

Erst 1,3 Prozent der Fahrzeuge in Deutschland würden inzwischen elektrisch fahren, so Praml; das werde sich aber schnell ändern, er erwarte eine Welle von E-Fahrzeugen - die alle geladen werden müssten. Aktuell gibt es in Deutschland 5000 Schnellladestationen, bis 2030 würden 100 000 gebraucht, schätzt Harald Praml. Der neue Schnellladepark befindet sich an einer geeigneter Stelle, nahe der Autobahn, dem Sauerlacher Gewerbepark und beim Gartencenter, freut sich Barbara Bogner und erinnert daran, dass die Gemeinde den Antrag für einen Werbepylon abgelehnt hatte. "Mit dem Navi wird das leicht zu finden sein", sagte sie. Der E-Ladepark verfügt über LED-Beleuchtung und einen Kreditkartenterminal. Zudem ist mindestens eine Ladesäule barrierefrei zugänglich.

Für Citywatt ist es nicht die erste Ultra-Schnellladepark. Das Unternehmen hat mit dem Gartencenter Dehner einen Rahmenvertrag für 130 Parkplätze geschlossen, Sauerlach ist bereits der 37. Standort. Mit bis zu 300 Kilowatt Leistung gehörten die Stationen zu den leistungsstärksten, die es derzeit am Markt gebe, sagt Praml. Innerhalb von 20 Minuten könne je nach Pkw-Modell ein Aufladevolumen erreicht werden, das für eine Fahrstrecke von circa 400 Kilometern reicht. Die Strecke schaffe auch ihr E-Auto im Sommer, sagt die Bürgermeisterin. Und wenn es mehrere Schnellladestationen gibt, wäre es erfreulich, findet Bogner. "20 Minuten Kaffee trinken und dann weiter."

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