Asylunterkünfte:"Dezentral hat sich einfach bewährt"

Asylunterkünfte: Die 2016 eröffnete Unterkunft am Stockweg wird erweitert.

Die 2016 eröffnete Unterkunft am Stockweg wird erweitert.

(Foto: Angelika Bardehle)

Die Gemeinde Oberhaching sieht sich in ihrem Konzept bestärkt und schafft an zwei Standorten Platz für 88 zusätzliche Geflüchtete.

Von Michael Morosow, Oberhaching

Die Gemeinde Oberhaching schafft mehr Platz für die Unterbringung von Asylbewerbern. Am Dienstag stimmte der Gemeinderat geschlossen für die Erweiterung von zwei der vier Asylbewerberunterkünften um je 44 Plätze. Zudem wird die Gemeinde die Laufzeit der Pachtverträge mit einem Investor für die Überlassung von drei Grundstücken um zehn Jahre verlängern. Für den Standort an der Schulstraße musste eine andere Regelung gefunden werden, weil dieser im Besitz des Zweckverbandes weiterführender Schulen im Süden des Landkreises München ist. Die Vertragslaufzeit für diese Unterkunft wird nun jährlich verlängert.

Erweitert werden demnächst die Flüchtlingsunterkünfte am Äußeren Stockweg um einen Wohnblock mit sechs Wohneinheiten und am Sommerfeld um fünf Wohnungen und einen Gemeinschaftsraum. Damit entsprach das Gremium dem Antrag des Investors. Zu den 88 zusätzlichen Plätzen kommen, ohne Zutun der Gemeinde, weitere am Altenheim St. Rita hinzu, wo die Caritas ihren Wohnraum für Geflüchtete bis zum nächsten Sommer um drei Häuser mit je 32 Plätzen erweitern will.

Eine dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern an mehreren Standorten zieht die Gemeinde seit jeher einem einzigen und damit deutlich größeren Standort vor, wie ihn die Regierung von Oberbayern lange Zeit propagiert hat. Vor Wochen habe diese ihre Meinung aber geändert, sagte Bürgermeister Stefan Schelle (CSU), "dezentral hat sich einfach bewährt". Ziel sollte es deshalb sein, diese Standorte zu erhalten. "Wir hoffen, dass wir über den Winter kommen, ohne Turnhallen und Traglufthallen zu brauchen", sagte Schelle.

Dass die Schaffung weiteren Wohnraums nicht alle Probleme löst, darauf machte Margit Markl von der SPD aufmerksam. "Der Helferkreis ist erschöpft, das ist so nicht mehr leistbar", sagte sie. Diese Situation sei im ganzen Landkreis gleich, erwiderte der Bürgermeister, "bei uns geht's noch". Seiner Meinung nach wird von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, dass die Flüchtlingszahlen mit denen aus dem Jahr 2015 vergleichbar sind. Dabei laufe es in anderen Landkreisen "brutal" ab, wo zum Beispiel von Landräten die Beschlagnahme von Hallen angeordnet werde. Schelle lobte in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Gemeinden im Landkreis München. Wenn anderswo ein Bürgermeister einen Standort für Flüchtlinge in seiner Gemeinde ablehne, sage der Bürgermeister der Nachbargemeinde: "Dann mach' mas a net."

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