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Nahverkehr:Vom Hauptbahnhof...

Transrapidmodell wird vom Münchner Flughafen abtransportiert

Für einen Euro ging der Prototyp des Transrapid vor zehn Jahren vom Flughafen München an ein Unternehmen aus der Oberpfalz. Dieses arbeitet aktuell an einer neuen Version, die billiger, aber auch langsamer sein soll.

(Foto: Frank Leonhardt/dpa)

Freie Wähler schlagen Magnetschwebebahn im Landkreis vor.

Von Stefan Galler, Landkreis

Die Politiker im Landkreis München ziehen alle Register, um möglichst viel Verkehr von der Straße zu bekommen: Elektrobusse, Stadt-Umland-Bahnen, Radschnellwege und sogar Seilbahnen sind im Gespräch. Der neueste Vorstoß in diesem Bereich kommt von der Kreistagsfraktion der Freien Wähler (FW): In der jüngsten Sitzung des Kreistags brachten sie den Antrag ein, beim Ausbau des schienengebundenen Personennahverkehrs auch die Möglichkeit einer Magnetschwebebahn in die Überlegungen einzubeziehen.

Eine solche Bahn hat nach Ansicht der Freien Wähler den Vorteil, dass sie im Vergleich zu herkömmlichen Systemen weniger laut ist, dafür aber schneller und billiger ist. Außerdem weise sie niedrigere Emissionswerte auf. FW-Kreisrat Otto Bußjäger betonte bei der Vorstellung des Antrags im Kreistag ausdrücklich, dass der Antrag "nichts mit Edmund Stoibers zehn Minuten" zu tun habe. Der damalige bayerische Ministerpräsident hatte 2002 beim CSU-Neujahrsempfang in einer wegen sprachlicher Unzulänglichkeiten viel belachten Rede für den Transrapid geworben, der den Hauptbahnhof und den Flughafen als Express-Linie verbinden sollte.

Prototyp kommt aus der Oberpfalz

Der Vorreiter der neuen Technologie, das in der Oberpfalz ansässige Unternehmen Max Bögl, hat einen Prototyp entwickelt, der mit 150 Stundenkilometern in der Spitze weit weniger hohe Geschwindigkeiten erreicht als der Transrapid. Der Zug soll ohne Fahrer auskommen und im Nahverkehr auf Entfernungen zwischen fünf und 30 Kilometern eingesetzt werden. Ein Kilometer Strecke soll nach Unternehmensangaben etwa 50 Millionen Euro kosten - was deutlich günstiger wäre als beispielsweise ein U-Bahn-Bau.

Das Neumarkter Unternehmen gehört zu dem Industriekonsortium, das den Transrapid vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen bauen wollte. Was die Perspektiven für den Nahverkehr angeht, würden gegenwärtig viele Dinge geprüft, so Bußjäger. "Deshalb bitten wir darum, auch dieses Projekt in die Planungen aufzunehmen."

© SZ vom 25.07.2018/sab

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