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Luftverschmutzung:Berechnungen müssen reichen

Grünwald misst Schadstoffe an belasteter Straße nicht

Die Schadstoffbelastung an der besonders betroffenen Oberhachinger Straße in Grünwald wird weiterhin nur berechnet und nicht gemessen. Um die reale Schadstoffbelastung dort und an anderen Straßen herauszufinden, wollten die Grünen Passivsammler benutzen, die an den Lichtmasten der jeweiligen Straßen angebracht werden. "Diese Methode fänden wir für eine genaue Messung sehr geeignet und sie wird auch von anderen Landkreisgemeinden so durchgeführt", sagt Grünen-Gemeinderätin Ingrid Reinhart.

Im vergangenen Jahr wurde die Schadstoffbelastung auf viel befahrenen Straßen im Landkreis durch das Ingenieurbüro Müller-BBM rechnerisch ermittelt. Für die Oberhachinger Straße in Grünwald wurde dabei beim Stickoxid der Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter errechnet, ab dem Fahrverbote ausgesprochen werden können, allerdings nur für ein bestimmtes Teilstück der Straße, nämlich zwischen Josef-Würth- und Josef-Sammer-Straße.

Nun hat die Mehrheit des Gemeinderates entschieden, erneut Müller-BBM zu beauftragen. Dabei würden nach Meinung Reinharts "einfach die Voraussetzungen, wie etwa die Windgeschwindigkeit und das Verkehrsaufkommen positiver ansetzt". Es sei somit schon klar, dass ein niedriger Schadstoffgehalt errechnet werde. "Das Geld für solch eine Studie von dem Büro, das schon einmal für die gleiche Straße vor einem halben Jahr Werte ermittelt hat, die auf eine große Luftverschmutzung hinweisen, kann man sich eigentlich sparen", findet Reinhart.

Ob Messungen, wie von den Grünen vorgeschlagen, an den anderen verkehrsreichen Straßen in Grünwald vorgenommen werden, soll nach Fertigstellung der Gebäude an der Oberhachinger Straße entschieden werden. Durch den Bau könne sich die Belastung verändern, hieß es in der Gemeinderatssitzung von Seiten der Verwaltung.