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Kommunalwahl im Landkreis München:Linke tritt erstmals zur Kreistagswahl an

Wollen für die Linke in den Kreistag: Florian Seifert, Johannes Jordan, Carmen Fesl, Katinka Burz und Leon da Sorci (von links) besetzen die ersten fünf Plätze auf der Kreistagsliste.

(Foto: privat)

Die Partei nominiert eine Liste mit 25 Kandidaten und strebt mindestens zwei Sitze an.

Die Linke bewirbt sich erstmals um Sitze im Münchner Kreistag. Mit 25 Kandidaten aus allen möglichen Berufs- und Altersgruppen geht die Partei in die Wahl am 15. März. Die Bewerber, die auf der Liste bis zu dreimal genannt werden, kommen aus allen Teilen des Landkreises München, wie es in einer Pressemitteilung heißt. "Wir peilen mindestens zwei Mandate im Kreistag an. Jede Stimme für demokratische Parteien ist eine gegen rechtsextreme Kräfte", sagt Carmen Fesl, Politologin aus Grünwald, die auf Platz drei der Liste steht.

Angeführt wird die Kreistagsliste von Katinka Burz aus Kirchheim, die als pädagogische Mitarbeiterin tätig ist; weitere Kandidaten auf den vorderen Plätzen sind der Großhandelskaufmann Florian Seifert aus Garching, der Jurastudent Johannes Jordan aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn und der Architekt Leon da Sorci aus Straßlach. Vertreten sind auch zwei ehemalige Landtagskandidaten der Linken: Robert Hamm aus Garching, der erfolglos bei der Wahl im Oktober 2018 für den Stimmkreis München-Land Nord antrat, und Bernhard Baudler aus Schäftlarn, der im Stimmkreis Süd vergeblich sein Glück bei der Landtagswahl versuchte. Beide sind mit Platz 18 und 15 wenig aussichtsreich gelistet.

In der Verkehrspolitik braucht es die "radikale Wende"

Ein "solidarisches und soziales Gemeinwesen" ist der wichtigste Punkt im Programm der Linken für die Kreistagswahl, das nun bei der Aufstellungsversammlung verabschiedet wurde. Dazu zählt die Forderung, ehemalige Kreiskrankenhäuser zu rekommunalisieren und auch "die Müllentsorgung der Privatwirtschaft aus den Händen zu reißen", wie die Linken in ihrer Pressemitteilung schreiben.

Der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe müsse mehr Gewicht bekommen: Die Bedürfnisse dieser Altersgruppen müssten Vorrang haben vor betriebswirtschaftlichen Erwägungen - jede sinnvolle Maßnahme in jungen Jahren helfe gegen spätere Suchtentwicklungen oder Straftaten, so die Linke. In der Verkehrspolitik braucht es nach Ansicht der Linken eine "radikale Wende": So seien der Bau von Radwegen zu den S-Bahn-Stationen und eine Erweiterung der dortigen Abstellflächen für Räder nötig, ebenso müssten Radmitnahmewaggons in den S-Bahnen eingeführt werden. Zudem wird ein kostenloser Verbundverkehr für alle gefordert; Menschen mit geringem Einkommen sollten sofort ein "Sozialticket" bekommen, das rund um die Uhr gilt.

Die Linke im Landkreis München setzt sich außerdem für eine Beendigung der Einleitung schwach radioaktiven Wassers aus dem Garchinger Forschungsreaktor in die Isar durch die Technische Universität ein. Im Kulturbereich legt die Partei nach eigenen Angaben Wert darauf, dass die Orte von KZ-Außenlagern und -kommandos ebenso bekannt werden wie die Plätze der tödlichen Hungermärsche von Dachau Richtung Süden.

Die Kandidaten der Linken für den Kreistag: 1. Katinka Burz, 2. Florian Seifert, 3. Carmen Fesl, 4. Johannes Jordan, 5. Leon da Sorci, 6. Klaus Weber, 7. Andrea Maier, 8. Anette Roller, 9. Stephan Holzmann, 10. Yannick Zollhöfer, 11. Helmut Zwicklbauer, 12. Ursula Rönicke, 13. Melanie Albert, 14. Andrea El Nour, 15. Bernhard Baudler, 16. Martin Steidl, 17. Wolfram Krautz, 18. Robert Hamm, 19. Michael Kircher, 20. Karim El Nour, 21. Theodor Bossert, 22. Fritz Schmalzbauer, 23. Matthis Eicher, 24. Niklas Lohmann, 25. Leonhard Mayer

© SZ vom 10.01.2020

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