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Waldschäden:Der Borkenkäfer breitet sich aus

Borkenkäfer

Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher richten an Fichten in bayerischen Wäldern heuer immense Schäden an, klagen Waldbesitzer und Förster.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Der Sturm hat im Landkreis München nur wenige Bäume umgeworfen. Förstern und Waldbesitzern bereitet aber die anhaltende Trockenheit Sorgen, die Schädlinge begünstigt.

"Wir sind mit einem blauen Auge, sozusagen einem Kratzer, davon gekommen", umschreibt Martin Bachmann, Abteilungsleiter im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Ebersberg, die Situation in den Wäldern in den Landkreisen München und Ebersberg. Bei den heftigen Unwettern, die am vergangenen Wochenende in der ganzen Region getobt und Feuerwehren und Rettungsdienste in Alarmbereitschaft versetzt haben, sind die Forsten verhältnismäßig wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. In seinem Revier in Sauerlach habe es zwar einzelne Bäume gegeben, die durch den Sturm umgeworfen wurden, berichtet Förster Karl Einwanger, allerdings seien keine großflächigen Schäden zu vermelden. Unter den Nadelbäumen seien einige Fichten, die flach wurzeln, umgestürzt, vor allem an Waldrändern. Bei Laubbäumen seien vereinzelt Kronen ausgebrochen.

Diese Schilderung deckt sich mit der Bilanz von Michael Matuschek, der als Förster für das Revier Aschheim zuständig ist. Auch er findet einzelne Löcher, wo der Sturm mehrere Dutzend Bäume umgelegt habe, doch das sei selten. "Was mir momentan wesentlich mehr Sorge macht, ist der Borkenkäfer", sagt Matuschek.

Umgestürzte Bäume müssen rasch entfernt werden

Der Schädling hat sich in diesem Jahr besonders stark vermehrt und macht Waldbesitzern und -pflegern in Bayern massiv zu schaffen. Es gibt mehrere Arten von Borkenkäfern; in der Region sind derzeit vor allem Buchdrucker und Kupferstecher problematisch. Sie sind nur wenige Millimeter groß und befallen vor allem Fichten. Dabei bohren sich die Käfer durch die Rinde ihrer Wirtsbäume und legen dort Brutgänge für ihre Nachkommen an. Diese schwärmen nach dem Schlüpfen aus und befallen weitere Bäume - pro befallenem Baum werden etwa zehn weitere in Mitleidenschaft gezogen, schätzt Matuschek.

"Wir stehen kurz davor, dass die dritte Generation ausfliegt", sagt er. Eine weitere Ausbreitung versuchen die Förster und Waldbesitzer zu verhindern, indem sie befallene Bäume möglichst rasch aus dem Wald entfernen. Auch vom Sturm umgeworfene Stämme kann der Käfer besiedeln, darum werden auch diese Windwürfe aus dem Wald geholt. Die Trockenheit der vergangenen Wochen begünstigt, dass sich der Borkenkäfer vermehrt. "Wir hoffen alle inständig, dass die Temperaturen fallen", sagt Förster Matuschek.