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Label Outhere Records:Township-Sound trifft Lederhose

München und Pretoria - geht das zusammen? Das Münchner Label Outhere Records bringt mit seinem neuen Album "Ayobaness" afrikanische Clubsounds nach Deutschland.

Pastor Mbhobhos Stimme bringt die Luft zum Vibrieren. "Ayobaness" quäkt der Mann mit der Afro-Frisur und der XXL-Sonnenbrille. Seine Halsketten und Silberringe blitzen in der Sonne. "Ayobaness" schallt es noch einmal durch den Raum. "Ayoba" ist ein Ausruf, der von jungen Leuten in Südafrika gebraucht wird, wenn sie etwas cool finden. Wenn jemand besonders gut tanzt oder der DJ ein neues Lied auflegt.

Outhere Records

Südafrikanische Musik hautnah: Georg Milz von Outhere Records zu Besuch bei einem Radiosender in Johannesburg.

(Foto: Georg Milz / oh)

Wir befinden uns nicht in Südafrika, sondern in einem kleinen Hinterhofraum in der Baaderstraße. Hier, im Glockenbachviertel, ist das Büro des Münchner Plattenlabels Outhere Records. Auf dem Tisch steht ein Laptop, aus dem Pastor Mbhobhos Stimme dröhnt, daneben liegen Flyer. Von Pastor und von anderen afrikanischen Musikern.

In einer Ecke stehen aufgerollte Plakate. Und Kartons, voll mit CDs, gestapelt bis unter die Decke. Da ist auch ein Karton mit CDs von Bassekou Kouyate aus Mali, der 2008 den BBC Weltmusik-Preis für das beste Album gewann. Ein Album, das hier produziert wurde, in dem Hinterhof. Vom Plattenlabel Outhere Records.

Was in der bayerischen Landeshauptstadt unter afrikanischer Musik verstanden wird, geht über das unaufhörliche Trommeln der Afrikaner im Englischen Garten und weltmeisterliches Vuvuzela-Getröte kaum hinaus. Warum produziert ein Münchner Plattenlabel ein afrikanisches Album? München und Pretoria - wie geht das zusammen?

Es gehört eine Portion Idealismus dazu, wenn man für den Münchner, den deutschen, den europäischen Markt afrikanische Musik produzieren will. "Einfach ist es nicht", sagt Georg Milz, die eine Hälfte von Outhere Records. "Man muss versuchen, beides aufeinander abzustimmen", fügt er hinzu und meint damit die Musik, die in Südafrika aktuell gehört wird und die Lieder, die vom europäischen Publikum angenommen werden. Nicht alles, was in südafrikanischen Clubs kracht, wird in Europa einschlagen.

Mittlerweile haben Outhere Records Erfahrung. Seit 2004 gibt es das Label, bestehend aus dem Musikjournalisten Jay Rutledge und dem Studenten Georg Milz. Sie fahren nach Afrika und schauen sich die Musikszenen der einzelnen Länder an. Was ist gerade angesagt, was hören die jungen Leute im Alltag, auf Partys, zum Tanzen? "Wir wollen nicht das rausbringen, was man in Deutschland für typisch afrikanisch hält, wir sehen uns an, was die Leute in Südafrika bewegt, was sie gerade cool finden", sagt Milz.