Kirchheim:Pausenhof wird zur Cocktailbar

Kirchheim: Für einen Schulhof eher untypische Erfrischungsgetränke: Cocktails.

Für einen Schulhof eher untypische Erfrischungsgetränke: Cocktails.

(Foto: Robert Haas)

Während der Landesgartenschau werden Besucher auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule verköstigt - auch mit alkoholischen Getränken. Das gefällt nicht allen.

Von Anna-Maria Salmen, Kirchheim

Ein gastronomisches Angebot ist auf Pausenhöfen eher selten, höchstens gibt es Butterbrezen oder belegte Semmeln. Aber eine Cocktailbar mit alkoholischen Drinks?

Eine solche ist für die Landesgartenschau auf dem Pausenhof der Kirchheimer Grund- und Mittelschule geplant. Bei der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl mit den beiden Kandidaten Stephan Keck (SPD) und Christian Zenner (Grüne) vor zwei Wochen äußerte sich eine Mutter über das Vorhaben besorgt.

Wie kam es zu dieser unüblichen Standortwahl? "Ursprünglich war alles komplett anders geplant", sagt Sophia Schreib, die Pressesprecherin der Kirchheim 2024 GmbH. Der Neubau des Gymnasiums sollte zu Beginn der Landesgartenschau schon fertig sein. Nachdem die Gymnasiasten eingezogen wären, sollten die Grund- und Mittelschüler wiederum vorübergehend in dem freien alten Gymnasium unterkommen. Ihre eigene Schule sollte während der Gartenschau leer stehen. Doch es kam anders: Der Bau des Gymnasiums verzögert sich, die Schüler müssen in ihren Gebäuden bleiben.

Dadurch liegt der westliche Pausenhof der Grund- und Mittelschule nun auf dem Gelände der Gartenschau. In der ersten Pause spielt das keine Rolle, da die Freiluft-Veranstaltung täglich erst später am Vormittag für Besucher zugänglich ist. In der zweiten Pause darf die Schule laut Schreib in eigenem Ermessen entscheiden, ob die Schüler den Hof nutzen dürfen. Security-Personal soll dann für Sicherheit sorgen. Alternativ könnten die Schüler auf den zweiten Pausenhof ausweichen, der durch einen Zaun vom Gelände getrennt ist, so die Auskunft.

Dass eine Bar auf dem Pausenhof platziert ist, liegt laut Schreib daran, dass die Gastronomiestände gleichmäßig über das Gelände verteilt sein müssen. Die Schule liege eben günstig in der Mitte. Da die Planer ursprünglich davon ausgingen, dass der Pausenhof durch den Umzug der Schüler ohnehin nicht genutzt wird, sahen sie auch kein Problem in dem Standort. Als feststand, dass der ursprüngliche Plan nicht aufgeht, konnte man diesen laut Schreib nicht mehr auf die Schnelle ändern.

Die Gartenschau-Pressesprecherin beruhigt zugleich: Es handle sich keineswegs um eine reine Cocktailbar, auch Snacks und alkoholfreie Getränke wie Limo seien dort erhältlich. Gartenausstellungen seien zudem nicht bekannt für Trinkgelage unter den Besuchern. "Im Schnitt werden doppelt so viele nichtalkoholische wie alkoholische Getränke konsumiert", sagt Schreib. Sie ist überzeugt: "Die Leute kommen nicht mit dem Gedanken, um elf Uhr schon harten Alkohol zu trinken."

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