Ismaning:Bereit für neue Herausforderungen

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Ismaning: Unter einem grünen Dach: Außenanlagen des Kallmann-Museum nach der Modernisierung in einer Visualisierung der ausführenden Venus Architekten. Modell: Venus Architekten

Unter einem grünen Dach: Außenanlagen des Kallmann-Museum nach der Modernisierung in einer Visualisierung der ausführenden Venus Architekten. Modell: Venus Architekten

Das Kallmann-Museum in Ismaning wird für rund drei Millionen Euro modernisiert. Unter anderem sollen danach auch moderne Darstellungsformen wie Videokunst einfacher umsetzbar sein. Der Umbau beginnt im September 2022.

Von Irmengard Gnau, Ismaning

Das Kallmann-Museum ist eines der wohl prominentesten Gebäude in Ismaning, neben dem Schloss und dem weithin sichtbaren Wasserturm. Mit seinem anspruchsvollen Programm und seiner reizvollen Lage mitten im Ismaninger Schlosspark hat sich das Museum weit über die Landkreisgrenze hinaus einen Namen als besonderer Ausstellungsraum für zeitgenössische und moderne Kunst gemacht. Nun macht sich das Haus bereit für neue Herausforderungen: Von September 2022 an bis voraussichtlich Sommer 2023 soll das Gebäude umfassend modernisiert werden. Die Gemeinde übernimmt einen großen Teil der Kosten.

Eigentlich hätten die Bauarbeiten bereits voriges Jahr beginnen sollen, doch eine Gemengelage aus Pandemie, unsicheren finanziellen Planbarkeiten und einem Wechsel der beteiligten Fachleute hat das Vorhaben um ein Jahr hinausgeschoben. Für Rasmus Kleine, der das von einer Stiftung getragene Museum seit 2013 leitet, ist das jedoch kein Grund sich zu grämen. "Ich denke, wir werden jetzt ein sehr gutes Ergebnis bekommen", sagt er im Hinblick auf die Pläne. "Das ist für das Kallmann-Museum nochmal ein Schritt in eine schöne Zukunft."

Ismaning: Stolzer Hausherr: Rasmus Kleine, Leiter des Kallmann-Museums im Ismaninger Schlosspark.

Stolzer Hausherr: Rasmus Kleine, Leiter des Kallmann-Museums im Ismaninger Schlosspark.

(Foto: Catherina Hess)

Das Museum wurde 1992 eröffnet, um das Werk des Malers Hans Jürgen Kallmann (1908 bis 1991) sowie moderner und zeitgenössischer Künstler zu präsentieren und dessen Nachlass zu bewahren. Es residiert im Nachbau einer klassizistischen Orangerie, die sich bis 1983 im Ismaninger Schlosspark befand. In den nunmehr 30 Jahren seines Bestehens ist das Gebäude kaum erneuert worden. Daher sind einige Ertüchtigungen nötig geworden, etwa beim Raumklima und beim Brandschutz. Die Betreiber um Museumsleiter Kleine wollten diese Gelegenheit dazu nutzen, das - eben vor allem als Ausstellungsraum für die Werke eines Malers konzipierte - Haus umfassend zu modernisieren und auch für moderne Darstellungsformen wie Videokunst einfacher handhabbar zu machen.

Die Umbauten werden doppelt so teuer wie geschätzt und belaufen sich auf rund drei Millionen Euro

Die wohl augenscheinlichste Veränderung wird sein, dass der bisher offene Innenhof ein Dach erhält und so zu einem weiteren Ausstellungsraum wird, der mit einer Raumhöhe von bis zu fünf Metern viel Gestaltungsspielräume eröffnet. Er soll weiterhin auch für Konzerte zur Verfügung stehen. Außerdem werden die bisherigen Böden und der dunkle Counter im Foyer ersetzt. Die Räume sollen eine Kühlung erhalten, die mit per Photovoltaik gewonnenem Strom betrieben wird. Auch von außen wird das Kallmann-Museum sich verändert darstellen und optisch eine noch engere Verbindung zum Schlosspark knüpfen: Die Pläne des Büros Venus Architekten aus München sehen vor, den Vorplatz zwischen dem Haupteingang und dem gewachsenen Labyrinth mit Bäumen und Tischen zu gestalten. Ein Aufenthaltsort im Freien mit einem grünen Dach sozusagen. Ein vom Museum betriebenes Catering soll die passenden Speisen und Getränke dafür liefern.

Ismaning: Hell und geräumig: So könnten der neue Zentralraum nach der Modernisierung aussehen. Modell: Venus Architekten

Hell und geräumig: So könnten der neue Zentralraum nach der Modernisierung aussehen. Modell: Venus Architekten

Die Kosten für die Modernisierung belaufen sich nach aktuellen Schätzungen auf knapp drei Millionen Euro - bei der ersten Grobschätzung war man noch von gut der Hälfte ausgegangen; der Betrag wird von der Stiftung mit Eigenmitteln, durch Förderungen und Kredite bei der KfW-Förderbank gedeckt werden; die Gemeinde Ismaning unterstützt das Vorhaben mit gut 1,6 Millionen Euro.

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