bedeckt München
vgwortpixel

Gymnasium Ismaning:Ein Umbau, der Schule machen könnte

Die Schule wird zunächst weiterhin über den Eingang und das Treppenhaus im Westflügel erschlossen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Schritt für Schritt wird in Ismaning aus einem einstigen Tagungshotel ein modernes und geräumiges Gymnasium. Trotz unerwarteter Schwierigkeiten bei der Sanierung liegen die Kosten deutlich unter denen eines Neubaus.

Am 11. September geht es los für die neuen Fünftklässler am Gymnasium in Ismaning: Sie starten in ihre Gymnasialzeit. Mit ihnen darf die ganze Schule eine weitere kleine Premiere feiern - der nächste Gebäudeteil des neuen Gymnasiums geht in Betrieb. Damit wandelt sich nach dem West- nun auch der Ostflügel vom Tagungshotel in eine moderne Schule, die mehr als 400 Schülern und Lehrern Arbeits- und Lernplatz sein wird.

Seit zwei Jahren ist die Gemeinde mit dem Umbau des einstigen "Commundo"-Hotels befasst. Der Zeitplan, ohnehin straff gestrickt, wurde seither immer wieder auf die Probe gestellt durch unvorhergesehene und unliebsame Entdeckungen beim Bau: Die Statik musste verstärkt werden, der Brandschutz gestaltete sich problematischer als gedacht. Bei der Eröffnung im vergangenen Schuljahr mussten man bis zum letzten Tag bangen, ob denn die richtigen Eingangstüren noch rechtzeitig kommen würden. Sie kamen.

Auch beim zweiten Bauabschnitt war es zeitlich eng. Nun aber schauen Schulleiter Markus Martini und der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) dem Beginn des Schuljahrs entspannt entgegen. Nachdem im vergangenen Jahr noch viele Bauzäune das Bild rund um die Schule geprägt haben, sind die Umbauten im Ostflügel nun so gut wie abgeschlossen und die Gymnasiasten können im September ihre neuen Klassenzimmer in den Trakten A und B beziehen. Tische und Stühle stehen schon bereit. Damit sind nun auch die Fachräume komplett, auch ein Musiksaal steht künftig zur Verfügung.

Die Schule wird zunächst weiterhin über den Eingang und das Treppenhaus im Westflügel erschlossen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Mensa soll einmal die Bibliothek werden

Der erste Bauabschnitt mit den Trakten C und D war zum Schuljahresbeginn 2017/18 fertig geworden; dort befinden sich Klassenzimmer, die naturwissenschaftlichen Fachräume und die derzeitige Mensa, die einmal zur Bibliothek werden soll. Von September an werden sechs neue fünfte Klassen und ihre bereits erfahrenen Vorgänger der Jahrgangsstufen sechs bis acht die Räume bevölkern. Insgesamt zählt das Gymnasium dann 430 Schüler und 17 Klassen, wie Rektor Markus Martini erklärt. Zweieinhalb der neuen fünften Klassen sind dabei die Vorläuferklassen für das in Planung befindliche Gymnasium in Unterföhring; die Schüler werden in Ismaning unterrichtet, bis ihr eigener Campus fertig ist.

Der Verwaltungstrakt mit dem Lehrerzimmer ist noch eine Baustelle (von links Direktor Markus Martini und Bürgermeister Alexander Greulich bei einer Besichtigung).

(Foto: Johanna Hagn)

Auch etwa 20 weitere Lehrkräfte bekommt das Kollegium. Sie müssen allerdings noch ein wenig warten mit ihrem endgültigen Umzug. Denn beim Umbau des Verwaltungstrakts, der zwischen den beiden Klassenzimmerflügeln liegt, haben sich die Arbeiten verzögert. Die Gemeinde hofft, ihn im Laufe des Herbstes seiner Bestimmung übergeben zu können. Dort sollen dann das Lehrerzimmer, das Direktorat, ein großer Veranstaltungssaal mit Aula und die neue Mensa untergebracht sein.

Bis zur Eröffnung bleibt der Haupteingang zur Schule im Westflügel. "Es ist natürlich ein bisschen schade, dass wir das Lehrerzimmer zu Schuljahresbeginn noch nicht umziehen können", sagt Martini. Doch angesichts des sonstigen Baufortschritts sei das "absolut verkraftbar". "Und Vorfreude ist schließlich die schönste Freude", sagt der Schulleiter. Mit der Gestaltung und Ausstattung der Klassenzimmer zeigt er sich sehr zufrieden. Die sind dank der Architektur des ehemaligen Tagungshotels größer als es bei Neubauten üblich wäre.

Gleichwohl war und ist der Umbau für die Gemeinde ein Kraftakt. "Wir hatten bei diesem Umbau atypisch hohe Hürden zu überspringen", sagt Bürgermeister Greulich. Das lässt sich auch an den Kosten ablesen: Ursprünglich hatte die Gemeinde mit knapp 20 Millionen Euro kalkuliert, um das Bestandsgebäude zu sanieren und für die neue Nutzung anzupassen. Nun stehen etwa doppelt so viel, circa 40 Millionen Euro, zu Buche. Immer noch ein guter Wert angesichts des guten Ergebnisses, findet Greulich. Von der Entscheidung seines Gemeinderats ist er weiterhin überzeugt. "Ein Neubau hätte mit Blick auf vergleichbare Gymnasien wohl um die 80 Millionen Euro gekostet", sagt er.

Eltern und Schüler jedenfalls scheinen das neue Gymnasium und die Arbeit des Kollegiums zu schätzen. Die Nachfrage ist hoch, die Übertrittszahlen in der Gemeinde steigen.