Gastronomie K.o.-Runde

Deutschland draußen und jetzt auch noch Regen: Public Viewing am Freitag in Aying.

(Foto: Claus Schunk)

Die Fußball-WM ist für Gastwirte ein Reinfall.

Von Lena Hornstein, Unterschleißheim

Deutschlands Nationalmannschaft hat bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht einmal die Gruppenphase überstanden. Für Fans ist das Ergebnis enttäuschend, für Gastronomen im Landkreis München bedeutet das frühe Ausscheiden auch einen finanziellen Verlust. Denn viele Gaststätten wollten die Deutschlandspiele auf Fernsehern und Großleinwänden übertragen.

Besonders hart trifft es das Fröhlich's am Unterschleißheimer Rathausplatz. Die Gaststätte wollte ab dem Viertelfinale alle Spiele mit deutscher Beteiligung auf großer Leinwand zeigen. Wirt Markus Fröhlich hatte mit bis zu 4000 Besuchern pro Spiel gerechnet. Geht man davon aus, dass jeder Fan ein Getränk für drei Euro kauft, liegt der minimale Verlust bei 12 000 Euro. Pro Deutschlandspiel rechneten viele Wirtshäuser mit ein paar tausend Euro mehr Umsatz.

"Jetzt kann es nur noch bergauf gehen."

Teils investierten die Gaststätten in Fernseher, Großleinwände, Beamer und Gema-Gebühren. Die Gaststätte Heimstettener See in Aschheim etwa hat laut Wirt Danny Els etwa 10 000 Euro für Public Viewing ausgegeben. "Das werden wir sicher nicht mehr reinspielen", sagt Els. Klaus Bartl vom Almwirt in Haar sieht die Situation pragmatischer: "Die Mehrinvestition muss sich nicht unbedingt rechnen. Wenn ich die Spiele nicht zeige, schicke ich meine Gäste zur Konkurrenz."

Stefan Kastner vom Waldgasthof Buchenhain in Baierbrunn hatte hingegen gar keine zusätzlichen Ausgaben: "Ich habe nichts extra gekauft. Ich habe mir schon gedacht, dass es so kommt." Auch das Fröhlich's in Unterschleißheim hätte das Equipment erst für seine Großveranstaltungen ausgeliehen und bleibt somit wenigstens nicht auf Investitionskosten sitzen - immerhin.

Obwohl die Deutschen ausgeschieden sind, zeigt das Hotel zur Mühle in Ismaning weiterhin alle Spiele. "Es ist ja nicht alles aus. Die Stimmung ist zwar verhalten, aber es gibt noch eine große Anhängerschaft", sagt Hotelchef Anton Seidl. Zu den Spielen kämen weiterhin bis zu hundert Gäste. Wirt und Fußballfan Kastner aus Buchenhain ist dennoch enttäuscht: "Wir waren optimal vorbereitet und dann passiert so was. Nach dem Deutschland-Aus war die große Party vorbei. Wenigstens sind wir nicht alleine mit unserem Schicksal." Dennoch wollen er und seine Kollegen auch in zwei Jahren bei der Europameisterschaft und in vier Jahren bei der nächsten WM wieder Public Viewing anbieten. "Jetzt kann es nur noch bergauf gehen", sagt Kastner.