Teilhabe:Tadel vom Seniorenbeirat

Teilhabe: Helga Poschenrieder, langjährige Vorsitzende des Garchinger Seniorenbeirats, tritt nicht mehr an.

Helga Poschenrieder, langjährige Vorsitzende des Garchinger Seniorenbeirats, tritt nicht mehr an.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die scheidende Vorsitzende Helga Poschenrieder beklagt, dass das Gremium bei der Stadt Garching zu wenig Gehör fand. Viele Vorhaben seien gar nicht oder erst nach langer Verzögerung umgesetzt worden.

Von Sabine Wejsada, Garching

"Ich wünsche Ihnen, dass Sie alt werden und dabei gesund bleiben. Und ich hoffe, dass es dann Leute gibt, die sich für Sie einsetzen." Mit diesen Worten schloss Helga Poschenrieder, 87, ihren Bericht über die mehr als sechsjährige Amtszeit des Seniorenbeirats in Garching, die am 30. November endet. Mit fester Stimme hatte die langjährige Vorsitzende den Stadträten zuvor geschildert, was die Interessenvertretung erreicht hat - und was sich nicht verwirklichen ließ. Der Bürgerbus zum Beispiel, der in der Stadt bereits seit 2018 ein Thema ist und dessen sich nun "zum Glück" auch der Behindertenbeirat angenommen hat, oder eine Idee für die Gestaltung des Straßenraums, in dem auf Fußgänger besondere Rücksicht genommen wird.

Besonders oft habe man den Seniorenbeirat nicht gehört, zu drei Vorhaben sei man aufgefordert worden, Kommentare und eine Einschätzung abzugeben, so Poschenrieder. Deshalb habe das Gremium selbst die Initiative ergriffen, sich in der Bevölkerung umgehört nach deren Wünschen, oder Infoveranstaltungen zum Thema Trickbetrug organisiert, die auf große Resonanz gestoßen seien. Für die in Eigenregie gegründete Osteoporose-Gymnastikgruppe gibt es bereits Wartelisten.

Etwas unglücklich gelöst empfindet der Seniorenbeirat nach den Worten seiner Vorsitzenden den Fahrdienst zum Festzelt während der Bürgerwoche. Die eingesetzte Bimmelbahn sei "ein guter Gag", aber wenig kommod und mit einem Rollator gar nicht zu nutzen.

Es gebe zwar auch Erfolge zu vermelden, aber da habe es einen langen Atem gebraucht. Die Realisierung mancher Projekte habe länger gedauert, tadelte die Vorsitzende die Stadtverwaltung und nannte gleich einige Beispiele. So mussten sich Senioren mehr als dreieinhalb Jahre lang in Geduld üben, ehe ein Parcours mit für sie geeigneten Sportgeräten "pünktlich zum ersten Schnee" in Betrieb ging. Bei der offiziellen Eröffnung im April 2023 war laut Poschenrieder dann das erste Gerät bereits kaputt, die Reparatur nahm vier Monate in Anspruch. Ähnlich langsam voran ging es bei der sogenannten Umkleideschnecke am Garchinger See. Noch besteht sie aus nacktem Beton, es fehlt die Farbe.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) dankte den engagierten Senioren im Gremium für ihre Arbeit, bat allerdings um Nachsicht, dass nicht alles so schnell geht, wie gewünscht: "Sagen wir so: Corona hat uns bei manchem hineingegrätscht", sagte der Rathauschef. Demnächst soll ein neuer Seniorenbeirat bestimmt wurde.

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