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Garchinger Campus-Cneipe:Die chemische Formel für Alkohol

Zum Biertrinken, Essen und manchmal auch zum Karaokesingen kommen die Studenten gerne in die Campus-Cneipe.

(Foto: Stephan Rumpf)

Seit zehn Jahren betreiben Studenten der Technischen Universität in Garching eigenständig die Campus-Cneipe.

Von draußen aus sieht sie eher unscheinbar aus - die Campus-Cneipe neben der Mensa und umgeben von den Fakultäten der Technischen Universität in Garching. Doch drinnen geht es oft hoch her in dem Lokal, das von Studenten geführt wird und dieses Jahr zehnjähriges Bestehen feiert.

"Durch die Kneipe wird es hier auf dem Campus etwas lebendiger", sagt Wolfgang Koravitsch. Er bildet mit fünf weiteren Studenten den Vorstand des Trägervereins. Weil die Mensa um 15 Uhr schließt, habe ein Treffpunkt mit Möglichkeit zum Essen gefehlt. Deshalb schlossen sich Studenten aus den unterschiedlichsten Fachschaften zusammen und nahmen das Vorhaben in Eigenregie in Angriff: Finanz- sowie Kostenpläne wurden erstellt und die Studentenvertretung Asta involviert. So entstand aus einem ehemaligen Seminarraum die Kneipe, die auch nach dem geplanten Umbau wieder einen Platz finden soll.

Eine Schnapszahl zur Kneipe

Die Studenten kommen hier zusammen, um Übungsaufgaben zu besprechen, Gesellschaftsspiele auszuprobieren oder um einfach mal nach einem stressigen Unialltag abzuschalten. Ob es Zufall ist, dass die Kneipe exakt 99 Sitzplätze zählt? Eine Schnapszahl zur Kneipe - das passt jedenfalls. Auch der Name ist nicht willkürlich gewählt: Die beiden Cs stehen für die zwei Kohlenstoffatome in der chemischen Formel für Ethanol, umgangssprachlich auch Alkohol genannt.

Insgesamt arbeiten 15 Studenten in der Campus-Cneipe. Sie teilen sich die Dienste auf - werden zudem bei größeren Events von ehrenamtlichen Helfern und dem Asta unterstützt. Die Kneipe finanziert sich ausschließlich durch die Einnahmen aus dem Verkauf. "Seit 2012 schreiben wir keine roten Zahlen mehr und das Team hinter dem Tresen braucht sich keine Sorgen, um sein Gehalt zu machen", erzählt Wolfgang Koravitsch. Für ihn und die anderen heißt es nach der Vorlesung: Weihenstephan-T-Shirt überziehen, hinter die Tresen und an die Bierzapfhähne.

Der richtige Ton beim Karaoke

Gemeinsam locken sie mit wöchentlichen Pub-Quiz-Abenden, an denen die Teilnehmer Gutscheine für Volksfeste und Cocktails gewinnen können, aber auch mit ihren Pasta- und Pizza-Tagen ziehen sie viele Studenten an. "Besonders die Doktoranden schauen nach der Arbeit vorbei, um etwas zu essen oder ein Bierchen zu trinken", erzählt Maschinenbau-Student Koravitsch. Seit dem Sommer haben die Mitglieder den Karaoke-Abend ins Leben gerufen. Jeden zweiten Mittwoch findet er statt, es geht nicht darum, den richtigen Ton zu treffen, der Spaß stehe im Vordergrund. Und zu fast jedem Karaokeabend gehören deshalb die Titel "I am gonna be" von The Proclaimers oder der Song "Everybody" von den Backstreet Boys.

Nicht nur Studenten der Technischen Universität kommen gerne in die Campus-Cneipe. Isabella Fageth etwa studiert an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), wohnt allerdings in Garching. "Du kannst hier einfach herkommen und neue Leute kennenlernen und das in einer netten Runde", erzählt sie. Seit kurzem ist sie selbst im Team und hilft als Öffentlichkeitsreferentin mit.

Architektur-Studenten der LMU haben damals auch drei Skizzen für den Biergarten erstellt. Das Projektteam der TU entschied sich für eine und begann dann mit der Arbeit: Tischbeine schleifen, lackieren und montieren. Aus dem Entwurf ist eine Kneipe mit Biergarten von Studenten für Studenten entstanden oder wie Fageth es formuliert: "ein Ort der Begegnungen".