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Feldkirchen:Neuer Schwung für eine alte Tradition

Feldkirchen, der reaktivierte Burschenverein Feldkirchen, n, Niko Alexiadis, Ernad Odobasic, Florian Tremmel,

Stoßen auf die Wiederbelebung des Burschenvereins in Feldkirchen an: Der Vorstand (vorne von links) Manuel Schön, Niko Alexiadis, Ernad Odobasic und Florian Tremmel sowie ihre Mitstreiter.

(Foto: Angelika Bardehle)

Gemeinsam mit etwa 30 jungen Männern aus Feldkirchen wollen die Vorsitzenden Manuel Schön und Ernad Odobasic den Burschenverein wieder mit Leben füllen.

Burschenvereine genießen bei jungen Männern große Beliebtheit. Bereits seit Jahrzehnten gehören sie in Ortschaften wie Kirchheim, Ismaning und Aschheim zum Gemeindeleben. Auch in Feldkirchen stehen die Burschen schon seit 1988 im Vereinsregister - doch vor mehr als zehn Jahren ist es ruhig um die Gruppe geworden. Der Nachwuchs fehlte, die Aktivitäten wurden nach und nach eingestellt. Das soll sich ändern: Gemeinsam mit etwa 30 jungen Männern aus Feldkirchen und Umgebung wollen die neuen Vorsitzenden Manuel Schön und Ernad Odobasic den Verein wieder mit Leben füllen.

Die Frage, wieso es in Feldkirchen anders als in den umliegenden Gemeinden keinen aktiven Burschenverein gibt, beschäftigte die beiden 20-Jährigen und ihre Freunde nach eigenen Aussagen bereits im Frühjahr. Beide leben seit ihrer Geburt in Feldkirchen, doch für junge Menschen bietet der Ort laut Schön bislang nur wenig. Unabhängig voneinander und nahezu zeitgleich entschieden er und Odobasic sich dazu, im Rathaus und beim bisherigen Vorsitzenden Tobias Gschwendner nachzufragen. "Es gab schon öfter die Idee, den Burschenverein zu reaktivieren, aber bisher hat sich nie jemand richtig herangetraut", erzählt Schön.

Die Burschen suchen nach einem Grundstück

Um den Plan in die Tat umzusetzen, gab es viel zu erledigen - angefangen mit der Änderung der Satzung über die Gründung des eingetragenen Vereins bis hin zum Informieren potenzieller Mitglieder. In einer ersten Versammlung im Oktober wählten die Burschen ihren neuen Vorstand. "Das war organisatorisch viel Aufwand", sagt Odobasic. "Wir haben uns zwar schon vorgestellt, dass viel zu tun ist, aber dass es so ein Ausmaß annimmt, hätten wir nicht gedacht."

Und noch immer stehen einige Aufgaben an: Derzeit suchen die Burschen nach einem Vereinsheim, jüngst haben sie in dieser Sache einen Antrag an den Gemeinderat gestellt. Schön schlägt den Kommunalpolitikern darin ein Grundstück am östlichen Ortsrand vor, das die Gemeinde vor einigen Jahren erworben hat und das sich gut für die Zwecke der Burschen eigne. "Ein etwas abgelegenes Grundstück wäre perfekt, wenn wir Feste organisieren wollen", findet auch Odobasic.

Eine der momentan wichtigsten Aufgaben ist es, den reaktivierten Burschenverein bekannt zu machen. Odobasic setzt dabei unter anderem auf soziale Netzwerke: "Klar geht es bei uns um bayerische Tradition, aber wir wollen das auch anpassen und modern machen." Auf der Foto-Plattform Instagram haben die Burschen ein Profil. Auch Facebook eignet sich laut Odobasic dafür, Veranstaltungen zu bewerben und um neue Mitglieder zu werben. Das gelingt Odobasic, wie sich zeigt: "Es spricht sich gerade extrem herum", sagt der 20-Jährige. "Auch in den Nachbargemeinden sind wir ein großes Gesprächsthema, weil es so lange keinen Burschenverein mehr in Feldkirchen gab."

Ein eigener Stand beim Christkindlmarkt

Die Vorsitzenden können sich gut vorstellen, sich in Zukunft mit einigen Nachbarvereinen auszutauschen. In erster Linie soll es laut Odobasic aber zunächst darum gehen, "den eigenen Verein hochzuziehen". Dabei helfen könnten auch die Kontakte, die die Burschen derzeit zu Feldkirchner Vereinen knüpfen. Viele der neuen Mitglieder sind im Ort aktiv, etwa bei der Feuerwehr oder bei der Wasserwacht. Die Blaskapelle habe man beim Umlegen des Maibaums kennengelernt, erzählt Schön, auch die Böllerschützen hätten ihre Unterstützung zugesichert - und angeregt, ein gemeinsames Fest zu organisieren. "Diese Vereine haben viel Erfahrung", sagt Schön.

Die neuen Burschen wollen etwas mit Bestand auf die Beine stellen, das merkt man ihnen an. "Alle beteiligen sich gut, und wir versuchen, alle Vorschläge so gut wie möglich umzusetzen", sagt Schön. Aktuell trifft sich der Verein einmal im Monat, "wenn der Wunsch da ist, machen wir das gerne öfter". Die Vorsitzenden wollen dabei "keine Fragen offen lassen", so Odobasic. Um alle Mitglieder zufrieden zu stellen, stimme man über die Entscheidungen ab.

uch über die Aktivitäten des Vereins haben die jungen Männer schon nachgedacht. Im Dezember wollen sie bei den Feldkirchner Adventsfenstern Glühwein ausschenken und Lebkuchen verteilen, beim Christkindlmarkt werden sie sich an einem eigenen Stand vorstellen. Mit einem ehrenamtlichen Nikolausdienst möchten die Burschen auf Wunsch die örtlichen Kindertagesstätten besuchen. Für das kommende Jahr sei man noch offen, sagt Odobasic, "aber wir haben viele Ideen".