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FDP:Zitterpartie in Gelb

FDP-Kandidat Helmut Markwort am Abend der Landtagswahl.

Ungläubiges Staunen - FDP-Kandidat Helmut Markwort wusste bis zum späten Abend nicht, ob seine Partei die Sperrklausel überwinden konnte.

(Foto: Florian Peljak)

Kandidat Markwort ist vom Ergebnis negativ überrascht

Die FDP hatte darauf spekuliert, nach der Wahl womöglich die Rolle des Züngleins an der Waage bei der Regierungsbildung spielen zu können. Doch dann muss sie bis in die späten Abendstunden um den Einzug in den Landtag bangen. 5,0 Prozent in der Prognose waren für viele Liberale bereits eine herbe Enttäuschung. Geradezug euphorisch nehmen die 400 Gäste im Veranstaltungszelt "Das Schloss" in München-Neuhausen die 5,1 Prozent bei der ersten Hochrechnung hin. Florian Riegel, der frühere Unterhachinger CSU-Bürgermeisterkandidat, der zur FDP gewechselt ist, jubelt im leuchtend gelben Polohemd, über die Aussicht, dass die Liberalen in den Landtag einziehen. Es wird am Ende eine Zitterpartie werden.

Vor allem die Direktkandidaten - Helmut Markwort im Stimmkreis München-Land Süd und Thomas Jännert im Norden - erleben ein Wechselbad der Gefühle. Der frühere Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus ist mit seiner Frau Patricia Riekel schon früh im Schloss angekommen. Er sagt, er habe ein besseres Ergebnis erhofft, jetzt sei es eine "Zitterpartie", immerhin mit einer Fünf vor dem Komma. Er persönlich habe gekämpft, mehr als 100 Veranstaltungen, nicht nur im Münchner Umland, auch in Franken. Er sei als bekannter Kopf sehr viel unterwegs gewesen, ein Marathonlauf sei das gewesen. Noch hofft der 81-Jährige, als Alterspräsident in den Landtag einzuziehen. Thomas Jännert ist derweil im Landratsamt. Der Unternehmer zeigt sich überrascht über den knappen Wahlausgang. Er habe im Wahlkampf anderes wahrgenommen. Die Menschen seien offen gewesen für die liberalen Themen. Bildung, Familie, Fachkräftemangel - daran wolle er arbeiten.

Ob die Liberalen diese Themen einbringen dürfen im Landtag, ist bis zum späten Abend völlig offen. Der Bezirkschef der FDP, Axel Schmidt aus Oberhaching, reckt bei der Bekanntgabe von 5,1 Prozent wie sein Kollege Riegel die Faust. Er sieht das Positive. Man habe sich von 3,3 Prozent 2013 auf gut fünf Prozent fast verdoppelt. Damit stehe man als eine der Altparteien noch am besten da. Er hoffe auf ein zweistelliges Ergebnis im Landkreis, am Abend liegt man bei den Zweitstimmen bei 7,4 (Nord), beziehungsweise 9,2 Prozent (Süd). Ein besseres Ergebnis habe die Bundes-FDP verhindert, sagt Angela Zahn, stellvertretende Kreischefin. Den Ausstieg aus den Koalitionsverhandlungen hätten viele Wähler nicht verstanden.