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Haar/Kirchheim:Bis 2034 auf zehn Spuren

Autobahn A 99 auf der Höhe von Aschheim

Häufig eine Staufalle: der dicht befahrene Autobahnring München-Ost zwischen Kirchheim und Brunnthal.

(Foto: Florian Peljak)

Die planerischen Vorbereitungen für den weiteren Ausbau der A 99 zwischen Kirchheim und Haar beginnen.

Die Planungen für den Ausbau der großen Verkehrsadern im Landkreis München schreiten weiter voran - und zwar weit im Voraus. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren hat die Autobahndirektion Südbayern die notwendigen Planungsleistungen für den achtspurigen Ausbau der Autobahnrings A 99 zwischen Kirchheim und Haar an ein Planungsbüro vergeben. Mit dem Ausbau der Trasse in diesem Bereich wird nach Angaben der Autobahndirektion allerdings frühestens im Jahr 2029 begonnen; die Arbeiten sollen dann etwa fünf Jahre dauern, also bis 2034.

Die Ostumfahrung der A 99 ist eine der meist befahrenen Autobahnen Mitteleuropas, in Spitzenzeiten werden am Tag mehr als 160 000 Fahrzeuge auf dem Abschnitt gezählt. Sie ist einerseits eine der wichtigsten Transitstrecken des Kontinents und anderseits als Umfahrung vor allem für die Landeshauptstadt von existenzieller Bedeutung, da sie große Teile des Verkehrs aus München heraushält. Diese Bedeutung war offenbar bereits den Planern Mitte der Siebzigerjahre bewusst. Sie hatten die Autobahn auf sechs Spuren angelegt, aber mit Absicht einen sehr breiten Mittelstreifen angelegt. Davon profitieren die heutigen Experten, fällt es ihnen dadurch doch erheblich leichter, die Autobahn auf acht Spuren zu verbreitern.

Geschehen ist dies bereits auf dem Abschnitt vom Autobahnkreuz München-Nord bis zur Anschlussstelle Aschheim/Ismaning. Ende des vergangenen Jahres wurde der 7,3 Kilometer lange Teilabschnitt für den Verkehr freigegeben. Insgesamt 13 Brücken wurden in diesem Bereich abgerissen und neu gebaut, acht Meter hohe Lärmschutzwände wurden errichtet und ein offenporiger, lärmmindernder Asphalt eingebaut. Und das alles innerhalb des zuvor abgesteckten Kostenrahmens von 170 Millionen Euro für den ersten Teilabschnitt und ohne die Autobahn auch nur einen Tag zu sperren.

Autobahnkreuz Ost ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt

Nun nehmen die Planer langfristig den etwa acht Kilometer langen Teilabschnitt von Kirchheim bis Haar ins Visier. Und auch hier gilt wie auf der bereits fertiggestellten Trasse im Norden, dass der achtspurige Ausbau der Autobahn genau genommen ein zehnspuriger sein wird. Denn bei massivem Verkehrsaufkommen kann auf der A 99 auch künftig der Seitenstreifen für den Verkehr freigegeben werden. Mit der Erweiterung der Fahrbahn ist ein weiterer Ausbau des Autobahnkreuzes München-Ost verbunden, dort werden weitere Rampen eingebaut, um den zusätzlichen Verkehr aufnehmen zu können. Das Autobahnkreuz, sagt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion, sei längst an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Wie auch die A 94, die an dieser Stelle die A 99 kreuzt; auch diese wird auf einer Länge von etwa vier Kilometern an das umgebaute Kreuz angepasst.

Für den Ausbau des Teilabschnitts zwischen der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning und Kirchheim laufen derzeit die Vorarbeiten. Dort soll im kommenden Jahr mit dem Ausbau begonnen werden. Freuen darf sich dann die Gemeinde Kirchheim, die bisher den Lärmschutz aus eigener Tasche bezahlt hat. Weil sich mit der zusätzlichen Spur die Pegelwerte verändern werden, kommt hierfür künftig der Bund auf.

© SZ vom 27.06.2020/hilb

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