bedeckt München
vgwortpixel

Aschheim:Liberale sehen sich als Kraft der Erneuerung

Sie stehen zur Wahl (von links): Gerd Kleiber, Thomas Jännert, Gabriela Berg, Tobias Thalhammer. Foto: Claus Schunk

(Foto: Claus Schunk)

Die FDP zeigt sich beim Neujahrsempfang wegen jüngster Erfolge in Feierlaune. Die Mitgliederzahl wächst auf mehr als 300

Im vergangenen Jahr habe noch Schnee gelegen, sagte Ralph Peter Rauchfuss, Vorsitzender der FDP München Land, als er die Mitglieder am Sonntag beim Neujahrsempfang des Kreisverbands in Aschheim begrüßte. Diesmal sei das Wetter geradezu frühlingshaft. Ein Zeichen dafür, dass 2018 für die Liberalen "ein glühendes Jahr" werde, resümierte er.

Außer einigen Gemeinderäten aus dem Landkreis und den Nachbarlandkreisen kamen unter anderem der stellvertretende Landrat Jörg Scholler sowie Martin Zeil, der von 2008 bis 2013 Bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident war, und der ehemalige Landesvorsitzende Albert Duin. Insgesamt nahmen circa hundert Leute am Neujahrsempfang in Aschheim teil.

Dort wurde zunächst einmal gejubelt, weil die Durststrecke der FDP seit einigen Monaten offiziell vorbei ist: Ein "hervorragendes Ergebnis" habe die Partei bei der Bundestagswahl erzielt - ein "unglaublich gutes Ergebnis" sei es mit 15,3 Prozent insbesondere im Landkreis München gewesen, betonte der Kreisvorsitzende. Ein Mann aus dem Publikum ließ es sich nicht nehmen dazwischenzurufen: "Noch vor der SPD!" Damit war ihm Applaus sicher.

Stolz zeigten sich die Freien Demokraten im Landkreis nicht nur, weil sie der SPD den Rang als zweitstärkste Kraft hinter der CSU abgelaufen haben, sondern auch, weil sie im vergangenen Jahr einen großen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten: Von 244 Mitgliedern im Kreisverband im Januar über den Eintritt des 300. Mitglieds im Dezember bis hin zu 320 Mitgliedern zu Beginn des Jahres. Für ihn sei das ein Zeichen dafür, dass die Leute wieder an liberale Politik glaubten, sagte Rauchfuss. Die Partei stehe in der Gesellschaft für Erneuerung.

Wie die von der FDP angestrebte Erneuerung konkret aussehen soll, darüber referierten die Kandidaten für Landtag und Bezirkstag: Tobias Thalhammer kandidiert für den Landtag im südlichen Landkreis. Für die FDP sehe er "super Chancen": "Wir müssen nur an uns selbst glauben." Im bayerischen Parlament war er bereits von 2008 bis 2013 - damals als jüngster Abgeordneter. Um es diesmal wieder zu schaffen, will er Themen in den Vordergrund rücken, die bisher "sträflich vernachlässigt" worden seien, unter anderem die Stärkung des Fachs Wirtschaft in der Schule, aber auch eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten. Diese sollen jedoch nicht verpflichtend für alle eingeführt werden. Er wolle es den Unternehmern überlassen, ob sie ihr Geschäft länger öffnen.

Im nördlichen Landkreis tritt Thomas Jännert an. Der Unternehmer aus Kirchheim war als Quereinsteiger angetreten und wurde überraschend zum Direktkandidaten gewählt. Er möchte sich vor allem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, sagte er. Noch werde zu wenig für die dafür notwendige Entwicklung der Infrastruktur getan, damit mehr Menschen etwa Heimarbeitsplätze nutzen und so flexibler Zeit mit der Familie verbringen könnten. Dabei sei der Ausbau des Glasfasernetzes unabdingbar, sagte Jännert.

Gabriela Berg ist bereits Bezirksrätin und kandidiert erneut für den Bezirkstag. Die Tierärztin setzt sich für eine gerechte Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes ein, das die gesellschaftliche Teilnahme von Menschen mit Behinderung stärken soll. Neben ihr kandidiert Gerd Kleiber. Er möchte "alte Strukturen" aufbrechen, sagte er. Momentan werde mit 20 Jahre alten Instrumenten regiert. Der Bezirkstag sei demnach bisher die "Verwaltungsebene" einer einzigen Partei, sagte Kleiber in Anspielung auf die CSU.

Süddeutsche Zeitung Landkreis München Auf dem Sprung ins Maximilianeum

Ausblick auf die Landtagswahl

Auf dem Sprung ins Maximilianeum

Neben den beiden Stimmkreisabgeordneten von der CSU rechnen sich dieses Mal eine Reihe von Kandidaten aus dem Landkreis München Chancen auf ein Landtagsmandat aus.   Von Martin Mühlfenzl