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Kneipentipps:Wo es EM-freie Zonen in München gibt

Nicht alle Lokale machen beim Theater um die Europameisterschaft mit - nicht einmal alle Biergärten. Neun Tipps für Fussball-Muffel.

Von Elisa Britzelmeier

10 Bilder

Fußball-WM 2014: Fans beim Public Viewing in München, 2014

Quelle: Florian Peljak

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Mit Fußballereignissen ist es für den Nicht-Fan ein bisschen wie mit Weihnachten und Geburtstagen: Auf einmal sind sie da. Immer früher als erwartet und immer ziemlich ungelegen. Nun ist plötzlich wieder Europameisterschaft, an jeder Ecke hängen Plakate fürs Public Viewing, während für den Nicht-Fan die andere Dings, äh, WM gerade erst vorbei ist.

Das Problem mit diesen Turnieren ist: Selbst fern von Großleinwänden ist man kaum vor ihnen sicher. Sobald es losgeht, räumt jedes noch so kleine Speiselokal sein letztes verfügbares Tischchen auf den Gehsteig und stellt einen Fernseher drauf. Neulich beim Tapasessen: Plötzlich steht da ein Flachbildmonitor auf der Fensterbank. Die Kollegin erzählt von einer Bar, wenig Bier auf der Karte, alles sehr fein, sehr dunkel und sehr teuer: Zack, Punkt 21 Uhr taucht der Bildschirm hinter der Holzverkleidung auf. Ums Olympiastadion und die Leopoldstraße macht man sowieso vorsorglich einen großen Bogen und Biergarten kann man ohnehin vergessen.

Was also tun, um dem Wahn zu entgehen? Natürlich kann man Zuhause bleiben und sich die möglichst schalldämpfende Decke über den Kopf ziehen; man geht ins Kino und endlich mal wieder ins Theater; man taucht im Yogazentrum ab, genießt einen menschenleeren Englischen Garten, hängt ganz allein die Füße in die Isar oder radelt quer über den Mittleren Ring. Was aber, wenn man tatsächlich gerne auch in eine Bar oder ein Restaurant gehen würde?

Cafe Kosmos

Quelle: Robert Haas

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Cafe Kosmos

Das Kosmos nahe dem Hauptbahnhof (Dachauerstraße 7) ist dafür bekannt, dass es sich in der Wiesnzeit dem Trachtentrend verweigert. Während der Europameisterschaft ist es ähnlich - die Bar macht ihr eigenes Ding. Kein Fernseher, keine Leinwand. Dafür Drinks. Es gibt Astra; und wer keinen Alkohol trinkt, sollte die echt Münchner Orangenlimo Pali probieren. Die Betreiber interessieren sich selbst nicht für Fußball und glauben, dass es genug andere gibt, denen es ähnlich geht. Da dürften sie recht haben - das Kosmos ist einfach immer voll.

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Quelle: Robert Haas

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Südstadt

Die Südstadt an der Thalkirchner Straße wirbt explizit damit, fußballfreie Zone zu sein. Stattdessen gibt es: Burger, Schnitzel, veganes Essen, Bier aus Niederbayern. Und: Stimmung ganz ohne Fanchöre - mit DJs, Indiekonzerten, gemütlichen Sofas, Zeitungsausschnitten und Plattencovern an den Wänden.

Gäste vor dem Lokal "Hey Luigi" in München, 2014

Quelle: Stephan Rumpf

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Hey Luigi

"Kein Brot - keine Spiele", so bewirbt man bei Hey Luigi die neueste Salatkreation. Beim Hipster-Italiener im Glockenbachviertel (Holzstraße 29) kann man sich auf täglich wechselnde Tagesgerichte statt Fußball freuen. Bestimmt auch welche mit Brot.

Viktualienmarkt

Quelle: Florian Peljak

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Biergarten am Viktualienmarkt

Ja, es gibt ihn, den Biergarten ohne Großbildleinwand. Am Viktualienmarkt ist sowieso immer viel los, da braucht man die EM nicht auch noch. Die Alternative: der Biergarten am Flaucher. Weil das Wetter zu unstet ist, zeigt man hier keines der Spiele. Bei schönem Wetter ist aber trotzdem geöffnet - und weit weg vom grölenden Zentrum ist man auch.

Luxushotel "Vier Jahreszeiten" in München, 2007

Quelle: lok

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Zigarrenlounge im Vierjahreszeiten

Sonst käme man vielleicht nicht sofort auf die Idee, aber: Im Hotel Vierjahreszeiten (Maximilianstraße 17) findet sich einer der wenigen Orte, an denen geraucht werden darf. Und der ist so abgeschieden, dass Fußball hier auch keine Chance hat. Getränke holt man sich an der Lobbybar. Sollte jemand im Fußballtrikot anwesend sein - er wird ohnehin im Rauch verschwinden.

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Quelle: Alessandra Schellnegger

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Österia

In der Österia in der Au (Taubenstraße 2) gibt es Essen und Wein, wie in einer italienischen Osteria, nur auf Österreichisch. Der EM setzt man hier "Essen statt Glotzen" entgegen: An jedem Spieltag mit österreichischer oder deutscher Beteiligung bekommt man zwei Dreigängemenüs zum Preis von einem. Es gibt also doch Gründe, darauf zu hoffen, dass Deutschland weiterkommt.

"Kino, Mond und Sterne" in München, 2014

Quelle: Florian Peljak

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Kino im Westpark

Am Olympiasee und im Viehhof laufen die Spiele - im Open-Air-Kino im Westpark dagegen nicht. Bei "Kino, Mond und Sterne" sind während der nächsten Deutschlandspiele zu sehen: "Dirty Grandpa" und "Deadpool

Favorit-Bar

Quelle: HESS, CATHERINA

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Favorit Bar

Die Favorit Bar mitten in der Altstadt ist komplett fußballfreie Zone. Hier lässt sich auch bestens das derzeitige Wetter aushalten, das so gar nicht nach Juni aussehen will: auf einer der geschwungenen Siebzigerjahre-Sitzbänke oder lässig am Tresen lehnend. (Damenstiftstraße 12). Probieren: Das französische Picon Biere schmeckt ein bisschen wie Radler, nur mit Orange und nicht ganz so süß.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Corleone Bar

Im Corleone steht man eher, als dass man sitzt: Die Bar direkt am Sendlinger-Tor-Platz (Nummer 7) ist so winzig, dass für Fußball kein Platz ist. Statt EM-Übertragung wird Kunst an die Wand projiziert, dazu setzt das Corleone auf wechselnde DJs. Prinzipiell hat man hier aber nichts gegen Fußball - immerhin ist die Bar beim Bolzturnier in der Glockenbachwerkstatt dabei, wenn verschiedene Teams aus dem Nacht- und Kulturleben gegeneinander antreten.

© SZ.de/dit/mmo
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