Kabarett:Gesellschaft im Stau

Kabarett: Die Drei von der Haltestelle: Lange musste das neue Lach- und Schießensemble mit Sebastian Fritz, Christl Sittenauer und Frank Klötgen warten.

Die Drei von der Haltestelle: Lange musste das neue Lach- und Schießensemble mit Sebastian Fritz, Christl Sittenauer und Frank Klötgen warten.

(Foto: Gerald von Foris)

Das überfällige Debüt des Lach- und Schieß-Ensembles erscheint durch den Corona-Lockdown mit eineinhalb Jahren Verspätung als Premiere im Garten der Seidlvilla.

Von Oliver Hochkeppel

Dass der Programmtitel so programmatisch werden würde, damit hat wohl niemand vom neuen Ensemble der Lach- und Schießgesellschaft gerechnet: "Aufgestaut" hat die Truppe ihr Debüt schon vor bald eineinhalb Jahren genannt - ohne dass es bisher je aufgeführt worden wäre. Was sich ursprünglich auf Politik und Gesellschaft bezog, ist wegen Corona zur Selbst-Beschreibung geworden. Nach Aufruf Ende 2019 und Casting Anfang 2020 fanden sich im März 2020 Christl Sittenauer, Sebastian Fritz und Frank Klötgen zusammen. Gleich danach kam der erste Lockdown. Immerhin hatte man fortan den Saal der Lach- und Schießgesellschaft ganz für sich alleine, um mit Regisseur Sven Kemmler das Programm zu erarbeiten. Bis Dezember blieb man für eine kurzfristige Premiere dran, dann machte man notgedrungen Pause, um Ende April wieder hochzufahren.

Jetzt also ist es endlich soweit, passenderweise im 65. Jahr der Lach- und Schießgesellschaft, aber immer noch erst einmal nur im Ausweichquartier, dem Garten der Seidlvilla. Eingespielt dürften sie nun freilich sein, die drei aus so unterschiedlichen Genres stammenden Streiter: Sittenauers Schwerpunkt lag bisher beim Improtheater, der von Sebastian Fritz bei der Schauspielerei, und Frank Klötgen ist ein Poetry Slammer der ersten Stunde. Stimm- und Sprachgewaltig sind sie alle drei, und was bei den Texten vielleicht zuerst noch nicht zusammenfand, hat der ja auch als einer der Sprachmächtigsten im Lande bekannte Sven Kemmler dann noch passend gemacht. Im Bus wird man sie auf der Bühne wiederfinden, als zufällige Reisegesellschaft, die nun gemeinsam im Stau steht, im direkten wie natürlich auch im übertragenen Sinne. Wie sie sich daran und aneinander abarbeiten, das wird ein großer Spaß.

Ensemble der Lach- und Schießgesellschaft, Di. bis Do., 2. bis 4. Aug., 19.30 Uhr, und sechs weitere Termine bis 2. Sept., Seidlvilla, Nicolaiplatz 1b, Telefon 089 391997

© SZ vom 29.07.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB