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Jin Pansian:Reislos glücklich

Jin Panasian Restaurant in München, 2010

Die Eleganz des von braunen Holzwänden, schwarzen Möbeln und roten Polstern geprägten Gastraums ist minimalistisch.

(Foto: Catherina Hess)

Der Feinschmeckerführer Gault Millau hat das asiatische Restaurant Jin zu Münchens Top Ten erklärt. Trotzdem trifft man auf angenehme Zurückhaltung: Der Geschmack steht im Vordergrund.

Es gibt einen Ort in München, der besonders trefflich zeigt, was Asiaten an deutscher Küche schätzen. Gleich neben dem Isartor setzen Busse die ins Hofbräuhaus strebenden Reisegruppen aus China oder Japan gerne aus. Und da, wo sich die Bustüren öffnen, locken heimische Schriftzeichen die Gäste aus Asien in ein strategisch vorteilhaft platziertes Geschäft.

Dort gibt es die guten Kochtöpfe made in Germany, dazu die scharfen Küchenmessern aller Größen geschmiedeten Stahl aus Solingen, kurz: die Hardware des Kochens in höchster Qualität - sie ist ein deutscher Exportschlager.

Was umgekehrt Asiens Küche den Hiesigen zu bieten hat, ist in München kaum besser zu beurteilen als direkt gegenüber. Das unscheinbare Lokal auf der anderen Seite des unwirtlichen Altstadtrings wechselte häufiger den Namen, ehe der Wirt sich entschloss, es ganz einfach nach sich selbst zu benennen:

Jin heißt nun kurz und knapp der Laden, in dem der in Südchina geborene, in Japan ausgebildete Hao Jin darstellen will, zu was eine von allen Stilen Ostasiens inspirierte Küche fähig ist, die der Wirt selber als "Panasian Cuisine" anpreist. Mit rauschender Resonanz übrigens: Der Feinschmeckerführer Gault Millau hat dem Lokal vor Begeisterung gleich zwei Hauben aufgesetzt und es damit unter Münchens Top Ten gehoben.

Aber das sollte erst einmal vergessen, wer hier eintritt in die minimalistische Eleganz des von braunen Holzwänden, schwarzen Möbeln und roten Polstern geprägten Gastraums. Denn der Hauben-Hype führt womöglich auf eine falsche Spur. Das Jin präsentiert sich nämlich nicht als weihevoller Tempel der gehobenen Sterneküche.