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Isarvorstadt/Sendling:Flaschenscherbenparcours

Trotz vieler Beschwerden lehnen Lokalpolitiker ein Glasverbot an der Isar ab

Von Birgit Lotze, Isarvorstadt/Sendling

Wer an der Isar feiert, hat oft einen Kasten Bier dabei - oder ein paar Flaschen im Rucksack. Dass diese, sind sie erst mal leer, manchmal als Scherben enden, ist nicht nur manchem Naturliebhaber ein Dorn im Auge. Ein Isarbesucher, der am zweiten Maiwochenende nach eigenen Angaben mehrere mit Schnittwunden Verletzte in eine Klinik bringen musste und auch vorher schon einige schlechte Erfahrungen mit Scherben am Ufer und im Fluss gemacht hatte, hat deshalb ein Glas- und Kronkorken-Verbot an der Isar gefordert. In den Stadtvierteln, die zwischen Flaucher und Deutschem Museum anliegen, also dort, wo am Fluss am meisten los ist, war jedoch niemand im Bezirksausschuss bereit, sich der Forderung anzuschließen. In Sendling leitete der Vorsitzende Markus Lutz (SPD) das Schreiben weiter an das Baureferat mit der Bitte, auch Glascontainer an der Isar aufzustellen. Lutz würdigte, dass die Stadt erheblich mit Mülleimern nachgerüstet habe, doch es seien nach wie vor zu wenige, es müsse noch mehr Abfallbehälter am Ufer geben.

In der Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt lehnte das dort zuständige Gremium ebenso einstimmig ein Glasverbot ab. Das sei nicht durchsetzbar, selbst wenn die umliegenden Kioske entsprechende Angebote machten. Der Ausschuss schlug der Verwaltung vor, mit dem Verein "Deine Isar" in diesem Sommer eine Kampagne zu erarbeiten und durchführen, um der Vermüllung der Isar entgegenzuwirken.

Die Beschwerden über herumliegende Scherben häuften sich in dieser Woche in den Ausschüssen: Auch eine Bürgerin, die an der Isar zwecks Gassigehen unterwegs ist, forderte ein Glasverbot. Sie befürchtete, ihr Hund könne sich verletzen. Eine Fahrradfahrerin sprach von einen Flaschenscherbenparcours auf der Wittelsbacher- und der Reichenbachbrücke. Das Anliegen der Radlerin wurde an die Verwaltung weitergeleitet - mit der Bitte um eine Erhöhung der Reinigungsfrequenz. Ein Alkoholverbot, das hätte sich die Antragstellerin vorstellen können, könne nur der Stadtrat beschließen.

© SZ vom 11.06.2021
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