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Influencer:Vier- bis fünfstellige Beträge für inszenierte Fotos

100 000 Follower: So gut kommt Anne Sophie Schmidts Account an.

(Foto: instagram.com/annisophie_)

Die Prinzessin

Perfekte Locken, Make-up und akkurat gemachte Fingernägel. Anne Sophie Schmidt hat ihre Leidenschaften zum Beruf gemacht: Mode, Reisen und Lifestyle. Unter dem Instagram-Namen "annisophie" fing sie vor drei Jahren an: "Früher war ich wirklich zweimal täglich beim Fitnesstraining und habe Fotos davon geteilt." Zunächst als Hobby neben der Ausbildung im Hotelgewerbe. Sport-BH und Sixpack brachten ihr die ersten 10 000 Follower. Eine Wirbelsäulenverletzung zwang sie, ihrem Account eine neue Richtung zu geben.

Heute sind die Bilder der 23-Jährigen in jeder Hinsicht rosarot: Sie spaziert mit ihrem Welpen durch die Straßen Münchens, posiert vor teuren Autos oder räkelt sich am Pool eines Luxushotels in den Bergen. Durch Kooperationen mit Kosmetik- und Modemarken verdient sie mittlerweile vier- bis fünfstellige Beträge im Monat. Zwischen den perfekten Bildern finden sich Videos, die zeigen sollen, "dass ich auch manchmal scheiße aussehe nach dem Aufstehen". Auch das gehört zur Inszenierung als nahbares Idol. Unter vielen ihrer Posts steht ganz oben der Hinweis "Anzeige". Denn vor Kurzem bekam Schmidt eine Abmahnung von der Wettbewerbszentrale und musste 280 Euro zahlen, weil die Kennzeichnung zu unauffällig war. Beim nächsten Verstoß drohen mehrere Tausend Euro.

Oft arbeitet Anne Sophie Schmidt rund um die Uhr. Ihr Ziel: Mindestens einmal am Tag ein Foto von sich hochzuladen. Sogar aus ihrem Urlaub berichtet sie, bewirbt das Hotel und postet Strandbilder. Auf ihre Zukunft blickt Schmidt ganz entspannt: "Meine Community wächst mit mir. Ich kann mir total gut vorstellen, in einigen Jahren eine Familie zu gründen und 'Mama-Bloggerin' zu werden. Notfalls kann ich auch jederzeit in meinen alten Hotelberuf zurück."

Der Entdecker

Jannik Obenhoff

Der Schüler Jannik Obenhoff hat auf Instagram bereits 76 3000 Follower.

(Foto: instagram.com/jannikobenhoff)

Als er vor vier Jahren einen iPod geschenkt bekam, fing alles an: Unter dem Pseudonym "obimann" begann Jannik Obenhoff, Bilder auf der Social-Media-Plattform Instagram hochzuladen. Mit 14 Jahren kam dann seine erste Kamera und mit ihr ein neuer Account, "mit besseren Fotos", wie Obenhoff sagt. Seitdem postet der inzwischen 17-Jährige regelmäßig Naturfotos: Blaue Seen, Berge und Wälder sind seine Motive. Die Bilder sind alle aufeinander abgestimmt, kontrastreich bearbeitet, die Qualität ist beeindruckend.

Und inzwischen verdient Jannik Obenhoff damit sogar Geld. Eine Firma stellt ihm beispielsweise einen Wanderrucksack zur Verfügung, den er fotografiert. Das Bild wird dann auf Instagram über eine eigene Funktion als Teil einer Werbepartnerschaft gekennzeichnet. Stolze 750 000 Abonnenten folgen seinem Kanal "jannikobenhoff". Für einen Rucksack als Sachprämie bekommt eine Firma das Bild auf so einer populären Plattform nicht. "Einen vierstelligen Betrag bekomme ich da schon", sagt Obenhoff. Vom Fotografieren über die Bildbearbeitung bis hin zum Upload macht er alles selbst.

Den ersten Aufmerksamkeitsschub mit vielen Followern gab es, nachdem die Instagram-Betreiber einen Artikel über ihn veröffentlicht hatten. Seitdem wächst der Kanal immer weiter. Dabei ist der Unterschleißheimer noch Schüler. "Oft gehe ich in den Ferien oder am Wochenende raus und mache Fotos." Letzten Herbst war er beispielsweise auf eigene Faust in Island auf Foto-Tour. Gerade konzentriert er sich aber auf sein Abitur, danach wolle er auf jeden Fall wieder mehr machen. Zum Beruf soll sein einträgliches Hobby jedoch nicht unbedingt werden. "Ich möchte einfach fotografieren und Bilder teilen", sagt der 17-Jährige. Nach dem Abitur will er erst einmal studieren, am liebsten Ingenieurwesen.

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