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Hof-Flohmärkte in München:Wir sind das Viertel

Die Hof-Flohmärkte sind eine schöne Gelegenheit, um in Münchens Vierteln auf Entdeckungsreise zu gehen. Das weiß der Veranstalter René Götz.

Ana Maria Michel

René Götz organisiert mit der Agentur "viertelvorstadt" die Hof-Flohmärkte in Haidhausen, Neuhausen, Hadern, Untergiesing und in der Au. Er weiß, wieso es sich auch bei schlechtem Wetter lohnt, vorbeizuschauen.

Hof-Flohmärkte in München

Bei den Hof-Flohmärkten in Haidhausen machen dieses Jahr 150 Höfe mit.

(Foto: Foto: oh)

sueddeutsche.de: Was ist das Besondere an den Hof-Flohmärkten im Gegensatz zu herkömmlichen Flohmärkten?

René Götz: Man kann auf Entdeckungsreise im Viertel gehen und Höfe kennenlernen, die man normalerweise nicht sehen würde. Für viele, die im Viertel leben, ist es schön zu sehen, was ihre Wohngegend alles zu bieten hat. Die Flohmärkte sind Nachbarschaftsprojekte und führen die Bewohner zusammen. Auf einem normalen Flohmarkt geht es anonymer zu, weil man sich nie wieder sieht.

sueddeutsche.de: Seit wann gibt es in München die Hof-Flohmärkte?

Götz: Die Idee kam vor zehn Jahren von der Seidlvilla in Schwabing. Vor sechs Jahren sind Läden aus anderen Vierteln auf unsere Agentur zugekommen und haben gefragt, ob man das nicht auch bei ihnen machen könnte. Wir haben uns um die Realisation gekümmert und über die Jahre sind die Hof-Flohmärkte zu einem richtigen Event geworden.

sueddeutsche.de: Wieso liegt es im Interesse der Läden, dass es Hof-Flohmärkte gibt?

Götz: Wenn ein Hof-Flohmarkt stattfindet, ist auf den Straßen viel los - und davon profitieren die Läden natürlich. Für uns ist es toll, weil die Geschäfte direkt an der Quelle sind: Sie sind für uns Kommunikationsplattformen, bei denen sich die Hausgemeinschaften anmelden oder Fragen zur Organisation stellen können.

sueddeutsche.de: Wie haben sich die Hof-Flohmärkte in der Zeit verändert?

Götz: Es kommen nach und nach immer mehr Viertel dazu: In Hadern haben wir dieses Jahr eine Premiere, Laim und Thalkirchen sind jetzt auch daran interessiert, Hof-Flohmärkte zu veranstalten. Außerdem machen jedes Mal mehr Höfe mit: In Haidhausen waren vor sechs Jahren 40 Höfe dabei, letztes Jahr waren es 100 und dieses Mal sind es 150. Und die Fangemeinde der Hof-Flohmärkte wird jedes Jahr größer: Die Leute, die zum Schauen und Kaufen kommen, sind aus ganz München, oder fahren mittlerweile sogar extra von außerhalb an.

sueddeutsche.de: Haben Sie Tipps für Leute, die auf den Flohmarkt gehen wollen?

Götz: Hübsche Dinge bekommt man eigentlich in jedem Viertel. Manchmal findet man auch wertvolle Antiquitäten. Ein bisschen Ausdauer ist nötig, weil sich manche Flohmärkte über eine weite Strecke ziehen: In Untergiesing und in der Au geht der Flohmarkt vom Candidplatz bis zum Mariahilfplatz, da ist ein Fahrrad praktisch. Außerdem sollten die Flohmarkt-Besucher Getränke mitnehmen und Pausen einplanen. Die richtigen Flohmarkt-Fans sind natürlich schon um 8 Uhr da, die anderen kommen gegen 10 und ab da kann das Gewusel bis zum Nachmittag anhalten.

sueddeutsche.de: Was machen Sie bei schlechtem Wetter?

Götz: Die Flohmärkte finden bei jedem Wetter statt. Ein Mal haben wir den Flohmarkt in Haidhausen wegen schlechtem Wetter abgesagt, aber die Leute haben sich davon nicht abschrecken lassen und sich trotzdem auf den Weg gemacht.

Die Münchner Hof-Flohmärkte 2010 im chronologischen Überblick:

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