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Gräfelfing/Planegg:Unvergessen

Bürgerinitiative erinnert an den "Todesmarsch von Dachau"

Das Klappern der Holzschuhe, wandelnde Skelette, Schmerzensschreie auf den Straßen von Dachau bis Waakirchen. Das Echo der Eindrücke, die die Zeugen des "Todesmarschs von Dachau" in das kollektive Gedächtnis der Region gebrannt haben, hallt bis heute nach. Zum 76. Mal jähren sich dieses Jahr die Gewaltmärsche, mit denen die SS in den letzten Kriegstagen Gefangene aus dem KZ Dachau zu Fuß in die Alpen zwingen wollte. Nach knapp einer Woche stoppten die Alliierten das grausame Unterfangen. Mindestens tausend Menschen kamen dabei auf barbarische Weise ums Leben.

Die Bürgerinitiative "Gedenken im Würmtal" organisiert zum 24. Mal einen Gedenkzug für die Opfer des Todesmarschs. Am Samstag, 1. Mai, sind vier Orte im Würmtal, durch das die "KZ-Häftlinge" damals unter anderem gezwungen wurden, Schauplätze von kleinen Gedenkfeiern. Reden, Lesungen, Gesang und Gebet gibt es an vier der insgesamt 22 Mahnmale des Künstlers Hubertus von Pilgrim, die man seit 1989 an den Routen der Märsche aufgestellt hat. Von 14 Uhr an finden in Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting im Dreiviertelstundentakt Andachten statt. Nachdem die jährliche Veranstaltung im vergangenen Jahr coronabedingt online abgehalten wurde, trauen sich die Organisatoren 2021 wieder nach draußen.

"Das Gedenken an die Opfer und Leiden der Vergangenheit", schreibt der Vorsitzende der Bürgerinitiative Hans-Joachim Stumpf, "relativiert möglicherweise auch den Blick auf die Beschränkungen der Gegenwart." Weil der Gedenkverein auf diese aber trotzdem Rücksicht nehmen muss, ist die Veranstaltung geschlossen und auf eine definierte Teilnehmeranzahl beschränkt.

© SZ vom 27.04.2021 / bsto
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