Weltfrauentag Dieses Google-Doodle stammt aus München

Die Münchnerin Rosa Kammermeier hat anlässlich des Frauentags das Zitat von der Schriftstellerin Emma Herwegh für Google designt.

(Foto: Rosa Kammermeier für Google)

Die Grafik von Rosa Kammermeier ist eine von 13, die auf der ganzen Welt zu sehen sind. Sie drehen sich laut Google um das Thema "Frauen, die Frauen stärken".

Von Anna Hoben

Als die Nachricht von Google kam, dachte Rosa Kammermeier zuerst, es handle sich um Spam. Konnte es wirklich sein, dass die größte Suchmaschine der Welt sie fragte, ob sie eine Illustration für sie anfertigen würde? "Ich hab' erst mal nicht realisiert, dass das echt ist", sagt sie. Aber es war echt, und nun ist es so weit: Ihr Doodle zum Weltfrauentag ist online.

Doodles, das sind diese besonderen Gestaltungen der Google-Startseite zu besonderen Anlässen, Geburts- oder Feiertagen. Das Doodle von Rosa Kammermeier, 27, Grafikdesignerin aus München, ist eines von 13, die auf der ganzen Welt zu sehen sind. Sie zeigen laut Google "inspirierende Zitate in verschiedenen Sprachen von 13 Pionierinnen", aus Vergangenheit und Gegenwart. Und sie drehen sich allesamt um das Thema "Frauen, die Frauen stärken".

Rosa Kammermeier gestaltete ein Doodle für Google.

(Foto: Sophie Wanninger)

Darunter sind Frauen wie die japanisch-amerikanische Künstlerin Yoko Ono, die britisch-irakische Stararchitektin Zaha Hadid, die indische Boxerin Mary Kom und die US-amerikanische Astronautin Mae Jemison. Das Zitat, das Rosa Kammermeier gestaltet hat, stammt von Emma Herwegh, einer frühen Vorkämpferin der Frauenbewegung. 1817 in Magdeburg geboren, fand sie das konventionelle Leben einer Bürgerstochter zu jener Zeit langweilig und eingeschränkt. Sie heiratete den Vormärz-Dichter Georg Herwegh, ging nach Paris und reihte sich 1848 als einzige Frau in den bewaffneten Trupp, der die Revolution von Frankreich in die Heimat tragen sollte. 1904 starb sie in Paris. "Lass durch nichts in der Welt dich binden als durch deine höchste innere Wahrheit", schrieb sie einmal in einem Brief an ihren Mann.

Sie habe zuvor noch nie von Emma Herwegh gehört, sagt Rosa Kammermeier - sei aber sofort fasziniert von ihr gewesen. Ihre Illustration des Zitats zeigt einen offen stehenden Käfig und einen Vogel, der ihm gerade entflohen ist. "Der Satz bezieht sich ja auf die Freiheit", sagt die Künstlerin, "besonders auf die Freiheit der Gedanken". Da kam ihr gleich der Vogel in den Sinn, ein Symbol dieser Freiheit.

Rosa Kammermeier stammt aus Niederbayern, sie hat in Augsburg studiert und lebt seit zwei Jahren in München. Nachdem sie einige Jahre für verschiedene Agenturen gearbeitet hatte, machte sie sich 2016 selbständig. Als Grafikdesignerin beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Schriftzügen und Typografie. Außerdem spielt sie E-Bass in verschiedenen Gruppen, ist DJane und Teil des Münchner Kreativ-Kollektivs The Stu. 2017 verbrachte sie als Stipendiatin in einem Förderprogramm für Kreative des Softwareunternehmens Adobe einige Zeit in den USA. In dieser Zeit entwickelte sie ihr Projekt "Walk of Happiness", bei dem sie Schaufenster von Geschäften mit positiven Schriftzügen schmückt. Ihr "Glücksspaziergang" führt vom 9. bis 17. März auf zehn Stationen durchs Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel.

Zum internationalen Frauentag hat die Nutzer in der vergangenen Woche übrigens nach Auskunft von Google vor allem Folgendes interessiert: Wann ist Frauentag? Ist Frauentag Feiertag? Ist Frauentag das gleiche wie Muttertag? Und: Was schenken zum Frauentag?

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