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Starnberg/Olching:Spurensuche in Handy und Laptop

Polizei rätselt weiter über Motiv des tatverdächtigen Dreifachmörders

Der 19-jährige Olchinger, der wegen des Verdachtes des dreifachen Mordes in Starnberg in U-Haft sitzt, soll ursprünglich aus dem Raum Stuttgart stammen und im Landkreis Starnberg zur Schule gegangen sein. Das bestätigt auf Nachfrage der SZ die Staatsanwaltschaft München II. Seit Spätsommer habe der Verhaftete dann in einer Dachgeschosswohnung in Olching gelebt. Warum dieser dorthin gezogen sei, könne man noch nicht sagen, heißt es aus der Öffentlichkeitsabteilung der Staatsanwaltschaft. Laut Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord hat der Täter eine Lehre als Industriemechaniker abgeschlossen und war nun arbeitssuchend. Das Motiv des 19-Jährigen, der selbst gestanden hat, seinen Freund und dessen Eltern erschossen zu haben, ist noch unklar. In seiner Wohnung seien neben Waffen und Munition auch Stoffe sichergestellt worden, die zur Herstellung von Sprengstoff geeignet seien. "Auch Dekowaffen sind in der Wohnung beschlagnahmt worden", sagt Kammerer. Das Waffendepot des mutmaßlichen Täters werde jetzt spurentechnisch überprüft. "Wo diese Waffen herkommen, können wir derzeit noch nicht sagen. Es ist möglich, dass die Dekowaffen im freien Handel erworben wurden, es ist aber auch möglich, dass man sie aus verschiedenen gekauften Teilen neu zusammengebaut hat."

Weiter seien neben den Waffen auch Laptops und Handys gefunden worden, allerdings am früheren Wohnort des 19-Jährigen in einer Gemeinde am Starnberger See. Auch diese werden laut Kammerer nun ausgewertet und "geben vielleicht Auskunft über die Motivlage des Täters und die Herkunft der Waffen". Sein 18-jähriger Freund aus Starnberg, der den Olchinger zum Tatort gefahren und von dort wieder abgeholt haben soll, habe von den Mordplänen gewusst und sitze nun auch in U-Haft. Beide werden laut Staatsanwaltschaft psychologisch untersucht.

© SZ vom 28.01.2020
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