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Kriminalität:Mord-Anklage gegen Olchinger

Das Haus der Mordopfer; Am Haus der Mordopfer

Passanten und Anwohner legen am Haus der Mordopfer in Starnberg Blumen nieder und stellen Kerzen auf.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

20-Jähriger soll drei Personen in Starnberg erschossen haben

Von Christian Deussing und Andreas Ostermeier, Olching/Starnberg

Fast 14 Monate nach einem Verbrechen mit drei Toten in einem Starnberger Einfamilienhaus hat die Staatsanwaltschaft München II gegen einen 20 Jahre alten Olchinger und einen 19 Jahre alten Starnberger Anklage vor der Jugendkammer des Landgerichts München II erhoben. Beide Heranwachsende sind unter anderem wegen Mordes, besonders schweren Raubs sowie Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Waffengesetz angeklagt. Sie waren am 23. Januar 2020 in der Wohnung des Olchingers verhaftet worden.

Dem 20-Jährigen wird vorgeworfen, in der Nacht zum 11. Januar 2020 seinen 21-jährigen Freund und dann dessen Eltern erschossen zu haben. Danach soll er den Tatort so verändert haben, dass es den Anschein hatte, dass der Sohn seine 60-jährige Mutter und den 64 Jahre alten Vater erschossen und dann Suizid begangen habe. Dem 19-Jährigen wird zur Last gelegt, den Mord mitgeplant, in der Nähe des Tatorts gewartet und dort den Komplizen abgeholt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft sollen die Angeschuldigten nach der Tat gemeinsam aus dem Anwesen auch mehrere voll- und halbautomatische Schuss- sowie Kriegswaffen entwendet und in die Wohnung des Olchingers gebracht haben.

Knapp zwei Wochen nach der Tat kam es zu einer überraschenden Wende in dem Fall. Denn nach Hinweisen aus dem Umfeld des Lehrbetriebs, in dem das 21-jährige Opfer eine Ausbildung zum Büchsenmacher absolviert hatte, geriet dessen Olchinger Freund unter Verdacht, illegale Waffen und Munition aufzubewahren. Bei einer Durchsuchung entdeckte die Kripo in dessen Dachgeschosswohnung ein Arsenal von Waffen und Stoffen, mit denen man Sprengstoff herstellen könnte. Den Ermittlern soll der Olchinger damals gestanden haben, den dreifachen Mord in Starnberg begangen und vom Tatort ein Handy-Video gedreht zu haben. Die rekonstruierten Bilder und detaillierte Schilderungen hätten dieses Eingeständnis belegt, erklärte die Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz im Januar 2020.

Der Anklage zufolge sollen die jungen Männer zudem einen Tag vor ihrer Festnahme einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Supermarkt in Emmering ausgeübt und 1640 Euro erbeutet haben. Zudem soll der Olchinger bereits am 26. November 2019 einen Discounter in seinem Wohnort überfallen und 4500 Euro Beute gemacht haben. Die Fahnder entdeckten bei der Durchsuchung der Wohnung in Olching die Tatwaffe und Kleidungsstücke, die bei beiden Überfällen getragen worden war. Der Prozess wird vermutlich im Herbst beginnen. Bislang hätten sich die Inhaftierten noch nicht geäußert, heißt es in einer Pressemeldung der Staatsanwaltschaft.

© SZ vom 27.02.2021 / deu, ano
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