Einwegflaschen überklebt Mit Pfandbetrug die Rente aufgebessert

Es scheint eine gute Einnahmequelle gewesen zu sein, mit der sich ein Ehepaar aus Puchheim etwas zur Rente dazuverdienen wollte: Einwegflaschen als Pfandflaschen zu etikettieren. Doch seit Mittwochnachmittag sind eine 69-Jährige und ihr 71 Jahre alter Mann aus Puchheim nicht mehr Stammgäste im Supermarkt, sondern Neukunden bei der Polizei.

Von Erich C. Setzwein

Ein Ehepaar im Rentenalter soll mindestens in den vergangenen beiden Wochen Geld mit gefälschten Pfandflaschen gemacht haben. Am Mittwochnachmittag war das offenbar lukrative Geschäfte mit der Flaschenrückgabe für eine 69-Jährige und ihren 71-jährigen Komplizen aus Puchheim zu Ende, als sie von Beamten der Polizeiinspektion Germering auf frischer Tat vorläufig festgenommen wurden. Ein aufmerksamer Mitarbeiter eines Verbrauchermarktes hatte den Betrug bemerkt und die Frau festgehalten.

Das Ehepaar war den bisherigen Erkenntnissen zufolge in verschiedenen Verbrauchermärkten in Fürstenfeldbruck, Puchheim und Germering unterwegs und steckte in die Rückgabeautomaten der Supermärkte Einwegflaschen, die mit gefälschten Pfandetiketten überklebt waren. Anschließend gingen sie mit den Bons an die Kasse und kassierten das Geld. Am Mittwochnachmittag gegen 14.30 Uhr erwischte ein Angestellter eines Germeringer Verbrauchermarktes die 69-Jährige, die gerade eine gefälschte Flasche eingeworfen hatte, und hielt sie bis zum Eintreffen der Polizei fest. Wie sich herausstellte, war der Komplize geflüchtet. Er wurde aber in einem anderen Verbrauchermarkt festgenommen. Die Beamten fanden ihn hinter Regalen, wo er sich versteckte. Bei der Durchsuchung des Autos fand die Polizei 153 präparierte Einwegflaschen, in der Puchheimer Wohnung 1835 gefälschte Vordrucke mit den dazugehörigen Klebestiften. Der Ehemann räumte einige Taten ein, die Ermittler sind sich jedoch sicher, dass das Pärchen schon länger mit diesem Trick Geld verdient. Es wird wegen Computerbetrugs ermittelt.