Untersuchung:Radioaktivität im Trinkwasser schwer nachweisbar

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Wassergesetz in Sachsen-Anhalt verabschiedet

Der Wasserzweckverband Freising-Süd untersucht Trinkwasser schon lange stichprobenartig auf natürliche Radioaktivität.

(Foto: dpa)

Seit 2015 müssen Wasserversorger auch im Landkreis Freising Trinkwasser auf natürliche Radioaktivität untersuchen lassen.

Von Katharina Aurich

2015 ist die bundesdeutsche Trinkwasserverordnung, die seit 2001 Grenzwerte für unzählige Stoffe, Verbindungen und Elemente wie die Nitrat- oder Phosphorkonzentration, den Härtegrad oder den pH-Wert des Trinkwassers definiert, um Radioaktivität erweitert worden. Sämtliche Wasserversorger müssen das Trinkwasser seither auch auf Strahlung untersuchen lassen. Routinemäßig wird dabei nur die natürliche Radioaktivität des Wassers ermittelt - und die liegt laut Freisings Stadtwerksdirektor Andreas Voigt, im Landkreis Freising weit unter den Grenzwerten. Auch würden sich die zusätzlichen Untersuchungskosten nicht auf den Wasserpreis auswirken, versichert Voigt.

Ein Problem ist allerdings, dass nur wenige Speziallabore in Deutschland die umfassenden Untersuchungen auf Radioaktivität durchführen können. Die Folge: In diesen Laboren herrscht mindestens bis 2019 Hochbetrieb, da bis dahin aus allen 15000 Trinkwasserbrunnen im ganzen Bundesgebiet regelmäßig Proben genommen werden müssen.

Die Radioaktivität des Grundwassers wird in Becquerel pro Liter gemessen

Im Fall der Freisinger Stadtwerke, für die das Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität der Technischen Universität München die Wasserproben analysiert, übernimmt die Firma Hydroisotop aus Schweitenkirchen die zusätzliche Messung der Radioaktivität. Die Hallertauer Gruppe in Au, die ihr Wasser üblicherweise von Agrolab in Bruckberg analysieren lässt, schickt ihre Proben zusätzlich zum Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf (VKTA) nach Dresden. Die Radioaktivität des Grundwassers werde in Becquerel pro Liter gemessen und eine Richtdosis ermittelt, beschreibt Matthias Köhler von der VKTA das Vorgehen der Speziallabore.

Noch bis 2019 müssten alle Wasserversorger Erstuntersuchungen in unterschiedlichen Quartalen innerhalb von zwölf Monaten durchführen, um auch jahreszeitliche Schwankungen erfassen zu können. Daraus werde dann der Mittelwert gebildet - und nur wenn dieser über dem Grenzwert liege, müsse das Wasser laut Trinkwasserverordnung auch nach 2019 regelmäßig untersucht werden.

Bisher ermittelte Werte des Wasserzweckverbands sind kaum wahrnehmbar

Matthias Köhler weist darauf hin, dass die von den Laboren zunächst ausschließlich untersuchte natürliche Radioaktivität des Wassers aufgrund unterschiedlicher Gesteinsarten im Untergrund regional schwanken kann. Eine Untersuchung auch der künstlichen Radioaktivität könnten die Behörden erst bei einem Verdacht auf Belastungen anordnen.

Beim Wasserzweckverband Freising-Süd wird die natürliche Radioaktivität schon seit vielen Jahren stichprobenartig erfasst. Auch hier werde seit 2015 regelmäßig mehrmals im Jahr beprobt, berichtet dessen Wassermeister Martin Vaas. Die ermittelten Werte seien jedoch kaum wahrnehmbar.

Auch die Stadtwerke Freising ließen die Radioaktivität im Trinkwasser seit 2015 messen, ohne bemerkenswerte Befunde, wie Betriebsingenieur Klaus Hering schildert . Gleiches berichtet Wassermeister Bernhard Pichlmaier vom Wasserzweckverband Hallertauer Gruppe. Sämtliche Untersuchungsergebnisse würden an das Wasserwirtschaftsamt weiter geleitet, das bei einer Überschreitung der Grenzwerte das Landesamt für Gesundheit einschalten werde.

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