Musik von Tom Appel und Lukas Maier Ein Lied geht auf Reise

Tom Appel und Lukas Maier haben einen gemeinsamen Song veröffentlicht. Als Abspann eines Kurzfilms gestartet, ist "Get It Right" auf Plattformen wie iTunes, Spotify, Amazon Music und Youtube zu hören.

Von Thilo Schröder, Freising

Tom Appel und Lukas Maier sind im Landkreis Freising durchaus bekannt. Appel stand zuletzt beim "Uferlos Winter Wunder" auf der großen Bühne im Zirkuszelt, Lukas Maier ist der kreative Kopf des Chorprojekts Anchora. Nun haben die beiden Musiker und Komponisten einen gemeinsamen Song veröffentlicht. Als Abspanntitel eines Kurzfilms gestartet, ist "Get It Right" nun auf Plattformen wie iTunes, Spotify, Amazon Music und Youtube zu hören beziehungsweise zu sehen. Über die Reise eines berührenden Songs, der kein Hit sein will, und über den Idealismus zweier Songwriter, die sich nicht als Künstler sehen.

"Get It Right" hat vieles gemeinsam mit dem Cappuccino in dem Münchner Café, das Lukas Maier für ein Gespräch ausgewählt hat: wohltuend, zeitlos, schlicht und doch irgendwie besonders, mit der gewissen eigenen Würze. "Er ist so ein richtiger Winter-, Couch-Potato-, Kuscheldecke-Song. Ich finde, dass er einen sehr berührt, sich aber auch nicht aufdrängt. Sehr melodisch, aber auch nicht wirklich ein Ohrwurm. Unaufdringlich, charmant. Er hat eine eigene Qualität, die man schwer beschreiben kann", sagt der 27-Jährige, der Komposition für Film und Medien an der Hochschule für Musik und Theater in München studiert. Ursprünglich hatte der gebürtige Freisinger das Klavierstück für den Abspann des Kurzfilms "Der Resozialisierungsbeauftragte" komponiert, der Text stammt von Regisseur und Textdichter Daniel Holzberg. Eingesungen hat ihn Tom Appel, bekannt als Stimme der Monday Tramps und seines neuen Projekts The Nice Nice.

Tom Appel mit Gitarre und seinem Duopartner Häns Czernik: Dass ihr Song einmal auf den relevantesten Musikkanälen zu hören sein würde, hatten die beiden nicht vorhersehen können.

(Foto: Privat)

"Der Song ist da ganz bei ihm, aus seiner Perspektive"

Im Film muss der Protagonist, "ein sensibler, ein bisschen naiver Gutmensch", wie Maier ihn beschreibt, einen beruflichen Rückschlag verkraften. Einem ihm anvertrauten Kriminellen verschafft er zunächst einen Job, kümmert sich um ihn, dann wird dieser rückfällig. Im Abspann und in "Get It Right" bekommen die damit einhergehenden Emotionen ein musikalisches Gesicht. "Der Song ist da ganz bei ihm, aus seiner Perspektive, und sagt: Ich würd's gern immer richtig machen, aber ich weiß nicht, ob's mir gelingt. Vielleicht irgendwann. Der Inhalt des Songs spiegelt so ein bisschen die Gefühlsebene des Films wider."

Das war Anfang 2018. Dass der Song ein Jahr später auf den derzeit relevantesten Musikkanälen zu hören sein würde, hätten weder Maier noch Appel vorhersehen können. "Die Geschichte dahinter war, dass der Song wirklich erst einmal lange in der Schublade lag. Der Weg, den dieser Song genommen hat, der war nicht geplant, sagt Maier heute. Als seine kleine Schwester Hannah, Studentin der Medieninformatik, für ein Projekt im Fach Motion Design nach feinfühliger Musik gesucht habe, um damit einen Animationsfilm zu produzieren, habe sie sich an ihn gewandt. Zusammen mit Kommilitonin Iris Turba fügte sie dem Song eine weitere, visuelle Ebene hinzu und lud ihn auf Facebook hoch.

Ein Produzent hörte das Lied und war sofort begeistert

Dort wiederum wurde der österreichische Produzent Bernhard Wittgruber vom Label "Welovemelodies" darauf aufmerksam. Wittgruber und Maier hatten sich 2017 in Berlin bei den German Songwriting Awards kennengelernt. "Bernhard hörte den Song, sah das Video und war sofort Feuer und Flamme, erzählt Maier. "Bernhard hat uns gesagt: Ich will, dass der Song gehört wird. Wären wir zu einem großen Label gegangen, die hätten gesagt: Wir sehen hier keine Band, wir sehen hier keinen Künstler, wir verstehen das Konstrukt nicht, wir veröffentlichen euren Song nicht. Bei einem kleinen Label funktioniert das, da steht auch viel Idealismus dahinter. Wir sind ja Songwriter, die nicht selbst Künstler sein wollen, wir wollen uns nicht selbst promoten und für uns selbst Songs schreiben."

Lukas Maier.

(Foto: Marco Einfeldt)

Dass der Song auch losgelöst vom ursprünglichen Rahmen, dem Kurzfilm, beim Publikum ankommt, zeigen die Rückmeldungen. "Sehr, sehr viel, ausschließlich Positives, sagt Maier, "aus dem Freundeskreis, von Songwriter-Kollegen, Kommilitonen, die den Song total toll finden, auch in seiner Schlichtheit: Klavier, Gesang und ein bisschen Synthesizer-Effekte, er ist auch nicht lang. Das finde ich alles ganz charmant, weil er ja nie ein Song sein wollte, der veröffentlicht wird, der sich an die Regeln des Geschäfts hält. Sondern der ist halt so, wie er ist. Ob er eine Idee habe, wohin die Reise den Song als nächstes trägt?

"Ich hoffe, dass er von vielen Leuten gehört wird, dass viele ihn in ihre Playlists tun, dass er Verbreitung findet, auch in Verbindung mit dem Video auf Youtube. Dass man, wenn man den Song hört, einfach kurz dem Alltag entschwebt, einen kurzen Ruhemoment hat, dass das noch mehr Leuten zugute kommt. Wenn das ein kleines Juwel bleibt für ein paar Leute, dann bin ich total zufrieden", sagt Lukas Maier.

Zu finden ist der Song auf Spotify und Co. unter: "WE, LKSMR, Tom Appel - Get it right (Hanging askew)"

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