Leuchtturmprojekt Surfen in Hallbergmoos

So könnte die deutschlandweit einmalige Surfanlage aussehen. Sie soll Anwohner, Münchner und Gäste aus Deutschland und Europa anziehen. Visualisierung: obs/Munich Airport Business Park/Maisch Wolf Architekten

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Auf einem 32 000 Quadratmeter großen Areal im Munich Airport Business Park soll eine riesige Wellenanlage entstehen. Versprochen werden Ritte auf bis zu 100 Metern Länge und zwei Meter hohen Wellen.

Von Alexandra Vettori, Hallbergmoos

Die Überraschung ist geglückt. Am Dienstag hat der Gemeinderat Hallbergmoos getagt, doch das spannendste Thema wurde erst im nichtöffentlichen Teil beschlossen: Im Munich Airport Business Park (MABP) soll die weltweit dritte kommerzielle Anlage mit laufender Welle entstehen. Das Projekt wird auf dem 32 000 Quadratmeter großen "Filetgrundstück" umgesetzt, an der Ecke Lilienthal- und Ludwigstraße, in der Nähe des Mövenpick-Hotels. Versprochen werden Ritte auf bis zu 100 Metern Länge und zwei Meter hohen Wellen.

Dass bisher alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt wurde, begründete Bürgermeister Harald Reents (CSU) mit "Grundstücks- und Vertragsangelegenheiten". Eine Arbeitsgruppe des Gemeinderats hatte die Sache vorbereitet. Investor ist die Rock Capital Group mit Sitz in Grünwald, Aussagen zum Investitionsvolumen gibt es noch keine. Rock Capital ist bereits Eigentümer des Gebäudekomplexes Skygate im MABP. Die Firma wird mit der Eventagentur planworx AG zusammen arbeiten, die eine Betreibergesellschaft für den Surf Park gründet. Nur mit einer Anlage für Wellenreiter ist es nicht getan. Vielmehr sollen in einem Multifunktionsgebäude auch Läden, Gastronomie und Büros für Start-up-Firmen entstehen. Um die Surfanlage sind eine Liegewiese, ein kleiner Park und ein Planschbereich für Kinder geplant. Kostenlos ist der Eintritt freilich nicht. Bürgermeister Reents betonte jedoch, es seien "Sonderkonditionen für Hallbergmooser Bürger" vorgesehen. Weil man nicht nur mit bis zu 400 Surfern am Tag rechnet, sondern auch vielen Besuchern, soll auch ein Parkhaus gebaut werden. Die Surfanlage wird an sieben Tagen während zehn Monaten im Jahr laufen.

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Der Gewerbepark als "Alleinstellungsmerkmal mit hoher Attraktivität"

Auf die Frage, ob die ohnehin belastete alte Bundesstraße B 301 zum Flughafen den zusätzlichen Verkehr noch vertrage, zeigte sich Reents überzeugt davon, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen keine größeren Probleme darstelle. Außerdem sei die Gemeinde sehr um die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs bemüht. Derzeit verkehrt ein für Mitarbeiter des MABP kostenloser Shuttlebus zum Hallbergmooser S-Bahnhof, den die Gemeinde finanziert. Dass die Gemeinde dem neuen Projekt sehr positiv gegenüber stehe, begründete er mit dem "Leuchtturmprojekt", das dem Gewerbepark ein "Alleinstellungsmerkmal und hohe Attraktivität" garantiere. Auch Alexander Mademann, der gemeindliche Wirtschaftsförderer, äußerte sich begeistert: "Oberstes Ziel ist es, ein Highlight mit einem Höchstmaß an Aufenthaltsqualität zu schaffen, das auch am Wochenende Anwohner, Münchner und Gäste aus Deutschland und ganz Europa erfreut." Gründer und Vorstand der planworx AG, Chris Boehm-Tettelbach, ist selbst leidenschaftlicher Surfer und von den Plänen entsprechend überzeugt: "Die Wellenanlage in dieser Art ist absolut einmalig." Peter G. Neumann, Geschäftsführer der Rock Capital Group, erhofft sich von dem neuen Projektes "urbanes Flair innerhalb des MABP".

Ein wenig warten müssen die Surfer allerdings noch auf den Wasserpark im Businesspark. Wie Bürgermeister Harald Reents betonte, werden im Laufe des nächsten Jahres auf jeden Fall noch keine Bagger rollen. Mit der ebenfalls geplanten Erweiterung des benachbarten Sportparks um ein Naturbad oder einen See hat das Projekt nichts zu tun. Die Erweiterung wird parallel und weiter verfolgt.

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