Ärger im Kreistag Papiercontainer ade

Das Sammeln von Papier lohnt sich zurzeit nicht. Deswegen hat das Landratsamt Freising hat die Altpapiercontainer von ihren Standortorten entfernt.

(Foto: Robert Haas)

Für das Landratsamt lohnt sich die Sammlung nicht mehr. Doch wohin mit dem Papier-Abfall? Das Problem trifft insbesondere Bürger, die kein Auto zur Verfügung haben, um es stapelweise zum Wertstoffhof zu fahren.

Von Peter Becker, Freising

Sukzessive hat das Landratsamt in den vergangenen Monaten die Altpapiercontainer von ihren Standorten abgezogen. Das Sammeln von Papier lohne sich derzeit nicht, hieß es seinerzeit zur Begründung. Die Preise seien in den Keller gesunken. Außerdem stelle ein Unternehmen im Landkreis für diesen Zweck eigens eine Tonne zu Verfügung. Kreisrat Anton Neumaier (SPD) ist mit der Beseitigung der Papiercontainer keineswegs einverstanden. "Das gibt überall Probleme", monierte er in der jüngsten Kreistagssitzung. Insbesondere bei größeren Wohnanlagen gebe es Probleme. Die Gelben Tonnen zum Papiersammeln könnten dort nur schwer untergebracht werden. Vielleicht ist das letzte Wort nicht gesprochen. Der Planungsausschuss des Kreistags soll sich mit dem Problem befassen.

Kommentar: Der Kreistag sollte seine Entscheidung zum Abbau der Sammelstellen überdenken

Ein älteres Ehepaar streicht um die Altglascontainer an der Pallottinerstraße. Es nähert sich den Behältern und wirft unter Geklirre Flaschen ein. Er hält inne, eine Plastiktüte in der Hand. Dann steuert der Mann verstohlen, aber zielstrebig einen Papierkorb in der Nähe des Eingangs zur Karl-Meichelbeck-Realschule an. Er greift in die Plastiktüte und zieht einen Stoß Zeitungen heraus, die er schnell in den Papierkorb stopft. Der Mann steigt rasch ins wartende Auto. Die Frau gibt Gas und beide rauschen davon. Das Landratsamt hat dieses Szenario bestimmt nicht vor Augen gehabt, als es sich dazu entschloss, die Altpapiercontainer von ihren Standorten abzuziehen. Diese seien zu teuer und für den Gebührenzahler das Defizit nicht mehr zumutbar, lautete die Argumentation dazu. Dem älteren Ehepaar als Autobesitzern wäre es vielleicht noch zuzumuten, mit der Altpapierkiste zum Wertstoffhof oder zu einer der wenigen noch existierenden Sammelstellen zu fahren. Doch es gibt genügend Freisinger, die über keinen Wagen verfügen. Und mancher hat schon ein probates Mittel, sich des lästigen Altpapiers zu entledigen. Er stopft es einfach in die Restmülltonne. Irgendwer sortiert es dann schon wieder aus. Das macht Mühe und bereitet Mehrarbeit. Die wiederum kostet. Und so wäre es kein Wunder, wenn bald die nächste Gebührenerhöhung ins Haus stünde. Deshalb sollte die Behörde ihre Entscheidung noch einmal überdenken. Es muss ja kein engmaschiges Netz an Papiercontainern sein. Einige an zentraler Stelle tun es auch. Die wenigen Container, die es noch gibt, an der Stadtperipherie aufzustellen, bringt jedenfalls nichts.