Busfahrplan im Landkreis Freising:Unwägbarkeiten auf dem Schulweg

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Busfahrplan im Landkreis Freising: Symbolbild

Symbolbild

(Foto: Marco Einfeldt)

Nach dem Fahrplanwechsel im vergangenen Winter hat eine Reihe von Schülern aus Marzling Probleme, mit dem Bus pünktlich zur Schule zu kommen. Die Freisinger Stadtwerke sehen nur vereinzelte Engpässe.

Von Gudrun Regelein

Früher konnten die Realschüler aus Marzling mit dem Zug bis zum Freisinger Bahnhof fahren und dort in einen Bus umsteigen, der sie zur Realschule brachte, berichtet Michael Schwaiger. Dann aber stellte die Bahn ihren Fahrplan um - und es funktionierte nicht mehr. Bis die Schüler nämlich zu der AOK-Haltestelle in Freising gelaufen waren, um von dort mit dem Bus 633 zur neuen Realschule "Gute Änger" in Lerchenfeld zu kommen, war der meist schon weg.

Bis zu 50 Minuten zu spät seien die Marzlinger Schüler im Unterricht erschienen, schildert Schwaiger, Marzlinger Gemeinderat und Jugendreferent. Er habe von betroffenen Eltern und Jugendlichen davon erfahren und beschlossen, etwas zu unternehmen, denn: "So was kann doch nicht sein". "Busverbindungen müssen so gestaltet sein, dass jeder Schüler pünktlich in seine Schule kommt", meint er. Unzählige Telefonate, Mails, Briefe und Gespräche folgten, etwa 130 Stunden habe er insgesamt wohl in diese Angelegenheit investiert, berichtet Schwaiger. Erst habe das Landratsamt nicht mitgespielt, sagt er, "es war ein Papierwust". Aber Schwaiger ließ nicht locker, machte selber auch Vorschläge, wie man den Fahrplan optimieren könne, erzählt er. Nach langer Zeit und langen Verhandlungen sei es dann endlich gelungen, die Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel zu optimieren, berichtet Schwaiger. Nun kämen die Schüler der Realschule "Gute Änger" endlich wieder pünktlich zur Schule. Er hoffe, dass die Fahrpläne auch zukünftig so erstellt werden, dass es funktioniere, sagt Schwaiger. Das habe für ihn etwas mit Koordination und Planung zu tun.

Im aktuellen Schuljahr wurde der Fahrplan geändert

Tatsächlich habe es eine Änderung des Fahrplans im Schuljahr 2019 / 2020 gegeben, bestätigt die Pressesprecherin der Stadtwerke Freising, Nina Reitz. Auslöser dafür sei aber die Änderung der Schulanfangszeit an der Montessorischule gewesen. Diese nämlich wurde von 8.15 Uhr auf 8 Uhr vorverlegt und sei nun fast zeitgleich mit der der Realschule um 7.55 Uhr. Die Fahrtzeiten und die Taktung der Buslinie 633 seien unverändert geblieben. Die eigentliche Änderung betreffe die Streckenführung, die nun ab dem Bahnhof direkt zur Realschule "Gute Änger" und zur Montessorischule führt. "

Der Verstärkerbus 633 wurde ebenfalls angepasst und auf direktem Weg nach Anbindung der Schulen in Freising Nord weiter zur Realschule Lerchenfeld geführt", erklärt Reitz. Alternativ zu der Busverbindung bestehe auch die Möglichkeit, ab Marzling mit dem Zug um 7.22 Uhr nach Freising zu fahren, der fünf Minuten später am Bahnhof eintrifft. Von dort bestünden dann verschiedene Möglichkeiten, zur Schule "Gute Änger" zu kommen.

Tatsächlich wenige Beschwerden zur Pünktlichkeit

Die Aussage, dass die Marzlinger Schüler über viele Monate nicht pünktlich zum Unterricht gekommen seien, aber stimme so nicht. "Wir haben uns bei der Realschule, beim Landratsamt und MVV erkundigt. Es sind vereinzelt, zirka drei bis vier Beschwerden zur Pünktlichkeit bei den genannten Stellen und bei uns eingegangen", sagt Reitz. Im vergangenen Winter, berichtet die Sprecherin, haben die Stadtwerke die Pünktlichkeiten und Kapazitäten der Busse überprüft, da es vereinzelt zu Engpässen und Verspätungen sowohl beim Zug als auch beim Bus gekommen war. Das Ergebnis: "In der Summe funktioniert die Schülerbeförderung recht gut."

Zuständig für die Schülerbeförderung aller im Kreis wohnenden Schüler der weiterführenden Schulen ab der 5. Klasse - also auch für Schüler aus Freising - ist übrigens in erster Linie der Landkreis. Das Landratsamt melde den Busunternehmern die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die zu befördern sind und bestelle die benötigten Fahrkarten, berichtet Pressesprecher Robert Stangl. Anschließend lege der Unternehmer die Busfahrpläne eigenständig fest. "Dies geschieht jährlich und wird während des laufenden Schuljahres selbstverständlich nachgebessert, wenn dies notwendig oder möglich ist."

Die Lokalausgaben der Süddeutschen Zeitung suchen im Oktober gemeinsam mit dem MVV den Busfahrer oder die Busfahrerin des Jahres. Teilnahmecoupons liegen in allen Regionalbussen aus. Ihren Favoriten oder ihre Favoritin können Fahrgäste aber auch per Mail vorschlagen: busfahrer-aktion@mvv-muenchen.de.

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