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CSU im Freisinger Kreistag:"Es muss weitergehen"

Franz Braun gehört nun dem Kreistag an.

(Foto: H. Bungartz/oh)

Der Kranzberger Gemeinderat Franz Braun ist Nachrücker für Harald Reents. Dessen Tod im vergangenen Jahr hat die CSU-Fraktion im Landkreis schwer getroffen.

Von Peter Becker, Freising

Der überraschende Tod des Hallbergmooser Bürgermeisters und Kreisrats Harald Reents hat die CSU-Kreistagsfraktion schwer getroffen. Persönlich - und von der Besetzung her. "Aber es muss weitergehen", sagte Fraktionssprecher Manuel Mück während eines digitalen Pressegesprächs. Darum rückt jetzt der Kranzberger Gemeinderat Franz Braun für Reents in den Kreistag nach. Der Landwirt verfüge über eine 25-jährige kommunalpolitische Erfahrung als Gemeinderat, stellte ihn Mück vor. Braun wird den Platz von Johann Stegmair im Planungsausschuss des Kreistags einnehmen. Dieser rückt für Reents in den Kreisausschuss nach. Georg Hadersdorfer übernimmt die Funktion des stellvertretenden Fraktionssprechers, die zuvor Reents inne hatte.

Politisch hat sich die CSU-Kreistagsfraktion einige Ziele gesetzt. Was die Verlängerung der U-Bahnlinie 6 von Garching nach Neufahrn anbelangt, wollen die Christsozialen wie auch Landrat Helmut Petz (FW) bei diesem Projekt "am Ball bleiben" und es forcieren. Darüber hinaus denken sie über neue Lösungen nach, den öffentlichen Nahverkehr in der Region zu stärken. "Expressbusse belasten auch die Straßen", gibt Mück zu bedenken. Einige neue Linien dieser Art hat der Kreistag bereits in seiner Nahverkehrsplanung festgezurrt. Die CSU-Kreistagsfraktion will jedoch über innovativere Möglichkeiten der Personenbeförderung in der Region nachdenken. Eine Seilbahn etwa, zusammen mit der Stadt München. Oder eine Böglbahn. Dabei handelt es sich um eine Magnetschwebebahn, die auf der Weiterentwicklung der Technologie des Transrapid beruht.

Bedarfsanalyse und Gutachten abwarten

Was den vierspurigen Ausbau der Schlüterbrücke anbelangt, rät Mück dazu, zunächst die Bedarfsanalyse und die Prüfung der nötigen Eingriffe in die Isarauen abzuwarten, anstatt das Vorhaben jetzt schon zu beerdigen. Auf der Grundlage der Gutachten müsse man eine entsprechende Entscheidung treffen.

Mück verwies darauf, dass der Landkreis auf einen Antrag seiner Fraktion hin Pflegestützpunkt werde. Der Bedarf sei vorhanden, sagte er mit Blick auf die über 800 Gespräche, welche die aktuelle Pflegeberaterin Diana Flammann im Jahr führt. Der Landkreis verfüge dann über drei Stellen in der Pflegeberatung. Die Kosten übernehmen zu zwei Dritteln die Pflege- und Krankenkassen. Über die Gesundheitsregion plus will die CSU sich für den Kauf zusätzlicher Defibrillatoren einsetzen. Dafür gibt es Zuschüsse. Die Christsozialen wollen auf diese Weise weiße Flecken, wo es noch keine solchen Geräte gibt, schwarz machen, wie Mück sagte.

Was das Schicksal des Hofmiller-Gymnasiums anbelangt, will die CSU ein Gutachten abwarten. Der Bau stammt aus dem Jahr 1950. Das Gutachten soll klären, ob es sich lohnt, es zu sanieren oder neu zu bauen. Was den Bau von günstigen Wohnungen angeht, haben laut Mück "die Kommunen das Heft in der Hand". Der CSU-Fraktionsvorsitzende will das Gutachten zur Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises abwarten und warnt davor, falsche Erwartungen zu wecken. Den einfachsten Zugriff auf Grundstücke, auf denen sich günstiger Wohnraum entwickeln lässt, hätten die Gemeinden.

"Ruhe bewahren"

Seit der Sitzung des Kreisausschusses in der vergangenen Woche ist ein mögliches Endlager für atomare Brennstäbe in der Hallertau ein Aufreger im Landkreis. Mück rät, "die Ruhe zu bewahren". Er verwies darauf, dass der Freistaat den Kommunen in der Öffentlichkeitsbeteiligung Experten zur Seite stellen wolle. Das Endlager sollte seiner Ansicht nach nicht Bestandteil des Wahlkampfes um ein Bundestagsmandat sein.

© SZ vom 06.02.2021
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