bedeckt München 24°

Inhabergeführte Geschäfte:Schönes für Haus, Hals und Schrank.

Inhaberin Christine Schultze-Graul verkauft in ihrem Laden Dekoartikel, Taschen und Silberschmuck.

(Foto: Marco Einfeldt)

Christine Schultze-Graul hat Anfang Dezember einen neuen Laden eröffnet. In der Ziegelgasse bietet sie Accessoires, Kleidungsstücke und Schmuck an.

Draußen, vor der Eingangstür, steht noch ein schneebedecktes Weihnachtsbäumchen. Auf dem von einer Girlande verzierten Schaufenster ist in altmodischer Schrift "Frau Schultze" geschrieben und darunter: "Schönes und Feines". Bei "Frau Schultze" in der Ziegelgasse finden sich tatsächlich viele schöne und feine Dinge: Für das Zuhause beispielsweise Dekoartikel, wie die goldfarbenen, fliegenden Glücksschweinchen, die noch von Silvester übrig geblieben sind. In den Regalen entlang der Wände sind liebevoll Taschen, Geldbörsen, Schals und Silberschmuck arrangiert. "Ich habe schöne Dinge ausgewählt und präsentiere sie als eine Art Rauminstallation - es ist ein künstlerisches Spielen", sagt die Inhaberin Christine Schultze-Graul.

Ein paar Wochen vor Weihnachten, am Nikolaustag, eröffnete Schultze-Graul, die zuvor viele Jahre lang "Indaba" in der Oberen Hauptstraße führte, ihren kleinen Laden. "Jetzt ist das Glück wieder bei mir", sagt sie mit leuchtenden Augen. Auch von ihren Kunden habe sie in den vergangenen Wochen viele Streicheleinheiten bekommen. "Viele haben mir gesagt, wie schön es ist, dass ich wieder da bin", erzählt sie.

Espresso für die Kunden

Schultze-Graul steht an diesem winterlichen Januarmorgen hinter den Tresen, dem Herzstück des kleinen Ladens, und bereitet für die Besucherin mit der neuen Siebträgermaschine einen Espresso zu. Noch sei sie am Üben, um den perfekten Kaffee zuzubereiten, "aber das wird noch", sagt sie zuversichtlich. Ihre Kunden sollen bei ihr auch einen Kaffee genießen können, dafür hat sie auch gemütliche Sitzgelegenheiten im Laden. Und im Sommer, wenn es warm ist, können sie es sich dann draußen in dem kleinen Gärtchen, der auch zu ihrem Laden gehört, bequem machen. "Den will ich auch bespielen."

Vorwiegend Frauen kämen zu ihr, "aber auch mutige Männer, die nach einem Geschenk für ihre Partnerin suchen", erzählt Schultze-Graul. Ihr mache es unglaublich Spaß, für jeden Kunden das Passende zu finden, "und die legen auch Wert auf eine Beratung und das Gespräch." Bald will sie auch wieder - so wie früher in "Indaba" - Damenoberbekleidung anbieten. Die Stilberatung habe ihr unheimlichen Spaß gemacht, erzählt Schultze-Graul. "Meine Kundin soll sich wohlfühlen und ihr Lieblingsstück bei mir finden - dann kommt sie auch wieder."

Eigentlich hat Schultze-Graul Kunst studiert, sie ist Keramikerin. In ihrem ersten Geschäft in der Fischergasse hatte sie auch noch ein Keramikatelier, in dem dazu gehörenden Verkaufsraum bot sie verschiedene Kunstartikel und Accessoires aus Südafrika an. Südafrika deshalb, weil Schultze-Graul dort ihre Kindheit und Jugend verbrachte und dort auch studierte. Erst nach dem Studium kam die Westfälin wieder nach Deutschland zurück.

Erst seit dem Nikolaustag gibt es in der Ziegelgasse den Laden "Frau Schultze".

(Foto: Marco Einfeldt)

Neuer Laden statt Weltreise

Als sie dann mit "Indaba" 2003 von der Fischergasse in die frei gewordenen Räume in dem Laden neben dem Café Central umzog, war dort kein Platz mehr für ein Atelier. Anfang 2017 war dann Schluss mit "Indaba": Damals wurde das Haus, in dem sich auch ihr Laden befand, verkauft - und gleichzeitig lief ihr Mietvertrag aus. "Erst dachte ich mir, das war es jetzt mit mir als Geschäftsfrau", erinnert sich Schultze-Graul. Eigentlich wollte sie ihre freie Zeit dann nutzen, um durch die Welt zu reisen. "Aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, wie sehr ich es vermisste, einen Laden zu haben." Danach begann eine lange und mühsame Suche nach geeigneten Räumen. "Alles, was in Freising größenmäßig und preislich in Frage kam, war weg."Durch einen Zufall erfuhr sie im vergangenen Sommer, dass im Laden in der Ziegelgasse der Räumungsverkauf lief. "Als ich dann im Sommer den Brief mit der Zusage bekam, und wusste, dass es klappt, habe ich vor Freude geweint", sagt sie.

Den Standort in der Ziegelgasse sehe sie nicht als Nachteil sagt sie. "Zwar glaubt man manchmal, dass die Innenstadt nur aus der Hauptstraße besteht, aber das ist nicht so", sagt sie. Die Ziegelgasse sei eine sehr belebte Gasse und gut zu erreichen. "Und bei der momentanen Buddelei in der Hauptstraße ist das hier oben bei mir fast eine Oase", sagt sie zuversichtlich. "Hier muss man nicht durch eine Baustelle laufen, das ist sicher ein Vorteil."