Auszeichnung für Neufahrn und Eching:Fleckerlteppich von Biotopen zwischen Au und Heide

Auszeichnung für Neufahrn und Eching: Landwirte, Heideflächen- und Landschaftspflegeverein und die Gemeinden Eching und Neufahrn haben für ihre Wiesen die "Florfliege" bekommen.

Landwirte, Heideflächen- und Landschaftspflegeverein und die Gemeinden Eching und Neufahrn haben für ihre Wiesen die "Florfliege" bekommen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die zwei Gemeinden im Kreis Freising erhalten für ihr Engagement im Artenschutz die "Eiserne Florfliege".

Von Alexandra Vettori, Neufahrn/Eching

Erst kürzlich haben die Gemeinden Neufahrn und Eching, der Heideflächenverein und der Freisinger Landschaftspflegeverband zu einer Wiese am Echinger See eingeladen, um für das Projekt "Das G'fild blüht auf" zu werben. Und jetzt gibt es schon einen Preis für besondere Leistungen - die eiserne Florfliege. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege würdigt damit, dass in und rund um die beiden Orte schon auf neun Hektar Land artenreiche Wiesen aus heimischem Saatgut blühen, die einen Fleckenteppich aus Trittsteinbiotopen zwischen den Isarauen und der Garchinger Heide bilden.

Die Florfliege als Preis ist Programm, macht sich das unscheinbare Tierchen mit den dünnen, grün schillernden Flügeln doch gleich zweifach verdient: Die Larven sind wahre Blattlausvernichter und die Fliegen emsige Bestäuber. Ebenso emsig werben der Deutsche Verband für Landschaftspflege, seine Landesvertretungen und die Zweigstellen vor Ort für mehr Artenvielfalt. Zielobjekte der neuesten Mitmachaktion sind die Kommunen. Mit Informationen, Vorträgen und der eisernen Florfliege sollen Rathäuser und Bauhöfe motiviert werden, nicht nur für saubere Straßen und ordentlichen Grünschnitt zu sorgen, sondern auch für Artenvielfalt.

Die Auszeichnung ist der Vorarbeit von Franz Steinberger zu verdanken

Dass Eching und Neufahrn jetzt ausgezeichnet wurden, haben sie allerdings zu einem großen Teil der Vorarbeit eines Mannes zu verdanken, Franz Steinberger, ehemaliger Gemeinderat und Landwirt aus Neufahrn. Er hatte in den Neunzigerjahren gute Kontakte zur Kirche, und so kam ein für die damalige Zeit ungewöhnliches Projekt zustande: fünf Meter breite Wiesen-Streifen zwischen Feldweg und Feld. Der Grund im Neufahrner Südwesten zwischen Heide und Isarau gehört der Kirche, und die wirkte auf ihre Pächter ein. Diese Streifen, insgesamt fünf Hektar, flossen in das "Gfild"-Projekt ein.

Von Anfang an waren die Bauern mit der Mahd der Wiesenstreifen betraut. Sonst, erzählt der Neufahrner Landwirt Johann Plessl, habe er die Steifen im September komplett gemäht. Jetzt bleiben einzelne Blumeninseln stehen, der Rest wird zu genau festgelegten Zeiten im Juli gemäht. "Das war gar nicht einfach, das mit den im Vertragsnaturschutz festgelegten Zeiten abzustimmen", erzählt Plessl. Auch Matthias Maino vom Freisinger Landschaftspflegeverband bestätigte, dass die Landwirtschafts-Bürokratie bei den Trittsteinbiotopen zuschlägt: "Bei jeder dieser blühenden Wiesen können Sie zwei Jahre Vorlauf mit Behörden dazu zählen." Doch die Mühe lohnt sich: Maino erzählte, ihm habe kürzlich ein Ökokartierer bestätigt, "dieses Gebiet hier hat mit die höchste Insektendichte in Bayern".

© SZ vom 23.07.2021
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