Sportplatz Marzling Hohe Ultrafeinstaubwerte

Vor allem am Marzlinger Sportplatz ist die Ultrafeinstaubbelastung offenbar sehr hoch.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Bürgerverein Freising misst bei Südwind extreme Luftverschmutzung, Gemeinde erwägt zeitweise Sperrung.

Von Gudrun Regelein, Marzling

Die in der Gemeinde gemessene Ultrafeinstaubbelastung bereitet den Marzlingern große Sorge. Messungen am Sportplatz im Januar hätten ergeben, dass bei Südwind die Werte extrem hoch seien, berichtete Bürgermeister Dieter Werner bei der diesjährigen Bürgerversammlung am Freitagabend.

Die dort festgestellte Konzentration von 75 000 Ultrafeinstaubpartikeln pro Kubikzentimeter Luft entspreche etwa der 20-fachen Konzentration der Grundbelastung von 2500 bis 3500 Partikeln, erklärte die Freisinger Lungenfachärztin Adelheid Bisping-Arnold. Bisping-Arnold wohnt in der Gemeinde Marzling und war von Bürgermeister Dieter Werner um eine Stellungnahme gebeten worden. "Die gemessenen Werte bewegen sich im Grenzbereich", warnte die Ärztin. Bislang aber gebe es keine offiziell festgelegten Grenzwerte - der Flughafen, der als Verursacher der hohen Werte gelte, sei also nicht im Zugzwang. Sollten wiederholt solche hohen Konzentrationen festgestellt werden, müsse man überlegen, den Sportplatz zeitweise zu sperren, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde will nun eventuell dem Bürgerverein Freising beitreten. Auch wird sich Werner für mehr Messungen im Gemeindegebiet im kommenden Jahr stark machen. "Interessant wäre zu wissen, wie es sich bei anderen Wetterlagen verhält."

Gefahr für die Gesundheit

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Erste Sperrungen für den Bau der Nordostumfahrung

Ein anderes großes Thema, dass die Marzlinger bewegt, ist der Verkehr. Durch den Bau der Nordostumfahrung, der Mitte Oktober begonnen hat, werde es in der Gemeinde immer wieder zu Sperrungen Richtung Freising und Langenbach kommen, berichtete der Bürgermeister. Die erste Vollsperrung gebe es bereits - bis 17. November können die Schulbusse, Stadtbusse und die vielen Berufspendler nur über eine Umleitung nach Freising gelangen. Die Gemeinde werde die Bürger über die vom Straßenbauamt gemeldeten Sperrungen oder Beeinträchtigungen auf dem Laufenden halten. Diese Informationen seien unter anderem auf der Homepage der Gemeinde unter Aktuelles zu finden. Werner mahnte im Bereich der Baustelle beim Altenhauser Fußweg, der gerne von Spaziergängern, Joggern und Hundebesitzern genutzt wird, zu erhöhter Vorsicht.

Großes Projekt im kommenden Jahr werde die Sanierung der Isarbrücke, informierte der Bürgermeister die etwa 100 Besucher. In einer Machbarkeitsstudie soll nun geklärt werden, in welcher Form das passieren könne. Eine Variante wäre, nur die Brücke zu sanieren. Eine zweite wäre die Sanierung der Brücke mit dem Neubau eines Geh- und Radweges. Dritte Möglichkeit wäre, die alte Brücke stehenzulassen und daneben eine neue zu bauen, erläuterte Werner. Erschwert werde das Ganze, da es aus der Bauzeit keine statischen Unterlagen mehr gebe. Auch werde sich das Genehmigungsverfahren hinziehen, da die Isarbrücke im Landschaftsschutzgebiet liege. Das Projekt werde - nicht zuletzt, da es sehr teuer sei - bei der Klausurtagung des Gemeinderats im kommenden Frühjahr ausführlich besprochen.

Marzling sagt Nein zum Nationalpark Isarauen

Überlegungen, die Isarauen zum Nationalpark zu erklären, erteilte Werner eine deutlich Absage: "Das würde bedeuten, dass etwa 75 Prozent der Fläche aus der Nutzung herausgenommen werden müssten", sagt er. In den vergangenen Jahren habe man sich mühsam ein Naherholungszone erarbeitet. Diese "wichtige grüne Lunge einer Boomregion" könnte dann verloren gehen, befürchtete Werner.