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Schwimmbad:Fast 1,8 Millionen Euro für freien Eintritt ins Freibad

Schyrenbad

Wie hoch das Defizit der Stadtwerke sein wird, ist schwer abzuschätzen.

(Foto: Florian Peljak)
  • Stimmt der Stadtrat dem Vorschlag zu, haben Kinder und Jugendliche in dieser Freibad-Saison freien Eintritt.
  • Um das finanzielle Defizit bei den Stadtwerken auszugleichen, hat die Stadt 1,785 Millionen Euro eingeplant.
  • Für manche Bäder gibt es außerdem ein neues Gruppenticket für junge Erwachsene bis 25.

Sollten junge Münchner schon Taschengeld für den Schwimmbadbesuch beiseite gelegt haben: Das Geld kann nun anderweitig investiert werden - zumindest teilweise. Denn der Eintritt in die Münchner Bäder wird für Jugendliche und junge Erwachsene in diesem Sommer deutlich günstiger: An diesem Dienstag beschließt der Wirtschaftsauschuss des Stadtrats aller Voraussicht nach die von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und seinem Stellvertreter Manuel Pretzl (CSU) bereits angekündigte Gratissaison in allen Freibädern, gültig für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

Zusätzlich gönnen die Stadtwerke allen Unter-25-Jährigen ein ermäßigtes Gruppenticket für sechs der insgesamt neun Hallenbäder. Sauna inklusive. Der freie Eintritt für Schyrenbad, Maria Einsiedel und Co. gilt zunächst nur auf Probe für die gerade begonnene Freiluftsaison. Das Defizit soll, falls der Stadtrat zustimmt, aus dem Kommunalhaushalt beglichen werden. Bis zu 1,785 Millionen Euro will das Rathaus bereitstellen, um den Einkommensausfall der Stadtwerke zu kompensieren. Die Summe ist eine Schätzung, damit in der Kämmerei eine Hausnummer für den Haushalt angemeldet werden kann. Wird es teurer, schießt die Stadt noch einmal nach. Bleiben die jungen Freibadbesucher aus, fällt die Überweisung bescheidener aus. Abgerechnet wird zum Saisonende, und zwar personengenau. Das Geld fließt dann in Form eines Betriebskostenzuschusses.

Dass die Stadtwerke nicht genau wissen, wie hoch das Defizit ausfällt, liegt an den Tücken des Wetters sowie des bisherigen Abrechnungssystems. Denn die Besucherzahl in Freibädern schwankt je nach Saison sehr stark - verregnete Sommer verhageln den Stadtwerken die Bilanz. Und: Bisher zahlten Jugendliche über 14 Jahren den Erwachsenenpreis von 4,60 Euro und tauchen daher in der Besucherstatistik nicht gesondert auf. Sechs-bis 14-Jährige mussten ermäßigte 3,20 Euro an der Kasse abgeben, und nur die ganz Kleinen dürfen seit eh und je gratis in die Becken hüpfen. Das frühsommerliche Geschenk aus dem Rathaus dient nicht zuletzt dazu, die schwimmerischen Fähigkeiten der jungen Münchner voranzubringen. Die Politik sieht da noch einen gewissen Nachholbedarf.

Das Gruppenticket hingegen ist kein politisches Präsent, sondern ein neues Angebot im Ticket-Sortiment der Stadtwerke. Prinzip: Für elf Euro dürfen zwei Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren ins Westbad samt Saunalandschaft. Jeder weitere Mitschwimmer zahlt fünf Euro, maximal fünf Personen sind erlaubt. Aktuell kostet der Eintritt ins Westbad pro Person 13,60 Euro (Sechs- bis 14-Jährige 8,70 Euro). Eine ähnliche Gruppenkarte wird im Cosima-Wellenbad, Michaelibad, Nordbad, Südbad und der Olympia-Schwimmhalle eingeführt. Sie sind etwas günstiger als das Westbad: Der Grundpreis für zwei Personen beträgt neun Euro, jeder weitere Schwimmer kommt für vier Euro hinein. In den kleineren Bädern am Forstenrieder Park, in Giesing-Harlaching sowie im Müllerschen Volksbad gibt es kein Gruppenticket. Ihre Preise bleiben aber, wie das gesamte übrige Ticket-Sortiment, unverändert.

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