FotografieAls München nach dem Krieg bunt wurde

Sebastian Winkler sammelt Farbfotos von München aus den Nachkriegsjahrzehnten und präsentiert sie nun in einem Bildband und einer Ausstellung.

Wer Fotos von früher anschaut - wie weit zurück dieses "früher" auch immer gelegen sein mag - sieht die Abbildungen nicht nur als dokumentarisches Material, sondern als emotionale Projektionsfläche. Ein Gebäude in Trümmern ist eben nicht nur eine architektonische Ruine, sondern ruft Erinnerungen an Zerstörung und Verlust, an Entbehrung und Leid hervor. Mode und Kleidung abgebildeter Personen oder auch Geschäftsauslagen und Kino- und Werbeplakate dienen als kulturelle Folie, um das Lebensgefühl eines bestimmten Jahrzehnts lebendig werden zu lassen. Und Fotos vom Stadtverkehr mit einer alten Tram oder mit Oldtimern lassen bei vielen Kindheitserinnerungen wach werden - und Sammlerherzen höher schlagen.

(im Bild: Wiederaufbau in München im Mai 1948: Blick von der Sonnenstraße nach Nordosten mit Frauenkirche und der Ruine der Kreuzkirche)

Bild: Sebastian Winkler und Verlag Franz Schiermeier 28. August 2018, 14:402018-08-28 14:40:34 © sz.de/imei