Five Guys Selbst Obama ist Fan von diesem Burger

Rein rechnerisch bieten die US-Amerikaner 250000 unterschiedliche Burger-Varianten an, doch sonderlich ausgefallen sind sie nicht.

(Foto: Catherina Hess)

684 Jahre müsste man bei Five Guys täglich essen, um alle Kreationen zu testen. Nur wer gegen Erdnüsse allergisch ist, sollte besser gleich aufhören zu lesen.

Von Martin Moser

Die Spielregeln werden gleich am Eingang klar: keine Hunde, keine großen Geldscheine und - um Himmels Willen - Vorsicht vor den Nüsschen! Pappkartons voller Erdnüsse stapeln sich im Eingangsbereich des neuen "Five Guys"-Burgerladens in den Riem Arcaden. Wer will, kann sich kostenlos bedienen. Das verkürzt die doch sehr lange Wartezeit bis zum Fastfood. Aber bitte keine Nüsse mitnehmen, mahnt die US-amerikanische Burger-Kette: Ein zufälliger Kontakt könne bei Unbeteiligten eine allergische Reaktion auslösen, heißt es auf der Webseite.

Die US-Burgerkette gibt es schon seit 1986. Das Ehepaar Jerry und Janie Murrell eröffnete damals ein Lokal in Arlington, das am Potomac River direkt gegenüber der Hauptstadt Washington D.C. liegt. Das Paar hatte vier Söhne - macht zusammen mit dem Vater Five Guys. Später kamen ein weiterer Sohn und gut 1500 Filialen weltweit hinzu. Nun hat Five Guys seine erste Filiale in München eröffnet. Eine weitere soll Anfang 2019 in den Pasing Arcaden folgen. Der Konzern hätte auch gern einen Laden in der Nähe des Marienplatzes oder in Schwabing aufgemacht, doch es sei nicht so einfach, eine passende Immobilie zu bekommen, sagt Geschäftsführer Jörg Gilcher. Dann also Riem.

Der erste Laden der Stadt brät nun in den Riem Arcaden.

(Foto: Catherina Hess)

Vor dem neuen Laden bildet sich eine Schlange, die hauptsächlich aus Männern besteht. Sofern man unbeschadet die Erdnuss-Kartons passiert hat, bestellt man im Inneren an einem schlichten weiß-rot gekachelten Tresen. Auf der Karte stehen zwar auch Hot Dogs und Sandwiches - aber bekannt ist die Fastfood-Kette vor allem für ihre Burger. Und die haben durchaus prominente Liebhaber: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ließ sich noch während seiner Amtszeit dabei filmen, wie er vor dem Weißen Haus in seine Limousine stieg, sich zu einer Five-Guys-Filiale fahren ließ und für sich und seine Mitarbeiter Burger kaufte.

Vier Standard-Burger-Varianten hat Five Guys im Angebot: Hamburger für 7,95 Euro, Cheeseburger und Bacon Burger für jeweils 9,45 Euro sowie Bacon Cheeseburger für 9,95 Euro. Wahlweise gibt es kleinere Portionen mit nur einem statt zwei Fleischpatties für zwei Euro weniger. Die unterschiedlichen Beläge kosten keinen Aufpreis - ausgefallen sind die nicht gerade. Angeboten werden Salat, Gewürzgurken, Tomaten, gegrillte Zwiebeln, gegrillte Champignons, Jalapeños, Paprika, verschiedene Saucen. Irgendwann haben sie bei Five Guys mal ausgerechnet, wie viele Kombinationen möglich wären: 250 000 - man müsste 684 Jahre lang täglich eine Variante verspeisen, um alle probiert zu haben.

An den Automaten können Getränke nachgefüllt und wild gemischt werden.

(Foto: Catherina Hess)

Bei Five Guys wird alles frisch zubereitet, hier stehen keine Gefrierschränke herum, keine aufgetauten Produkte, wie man sie von anderen Burgerketten aus den USA kennt. Kartoffeln werden mehrmals am Tag zu Pommes geschnitten und in Erdnussöl frittiert. Woher die Kartoffeln kommen, schreiben die Mitarbeiter auf eine kleine Tafel. Am Tag des Tests war es ein Bauernhof in den Niederlanden.

Auch bei den Getränken gibt es bei Five Guys eine Besonderheit: Für Alkoholfreies zahlt der Kunde einmal 3,40 Euro, bekommt dafür einen Pappbecher und kann diesen dann so oft er will an einer Zapf-Maschine selbst auffüllen. Mehr als 100 Getränkevarianten spuckt das Gerät aus, darunter auch recht eigenwillige Kreationen: Wer es mag, kann Vanille-Kirsch-Cola oder Erdbeer-Sprite zu seinem Burger schlürfen. Am Ende wankt man mehr als satt aus dem Lokal - und kann beobachten, wie der ein oder andere Kunde doch ein paar Nüsschen für den Heimweg mopst.

Die Erdnüsse am Eingang kann sich jeder Kunde selbst nehmen.

(Foto: Catherina Hess)