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"Love Sarah":Naschen in Notting Hill

Drei Frauen eröffnen eine Bäckerei, ein Mann backt für sie: "Love Sarah" ist das zuckersüße Debüt der in England lebenden deutschen Regisseurin Eliza Schroeder.

Von Josef Grübl

Wozu Home-Office, ausgedehnte Kochabende und geschlossene Fitnessstudios führen, kann man auch am eigenen Bauchumfang ablesen: höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen! Wer abspecken will, darf sich gern mit Low Carb, Atkins oder Intervallfasten die Laune verderben lassen. Wer die Sache lockerer sieht, kann aber auch ins Kino gehen: Die in England lebende deutsche Regisseurin Eliza Schroeder serviert in ihrem Spielfilmdebüt die wohl kalorienreichste Kost des Kinoherbstes.

In Love Sarah wird so leidenschaftlich gebacken, gerührt und gekostet, dass der Hosenbund schon beim Zuschauen zwickt. Kein Wunder, arbeitete Schroeder doch mit dem Starkoch Yotam Ottolenghi zusammen, er kreierte wunderschön anzusehende Schokotörtchen, Himbeereclairs oder Rosenmacarons. Wer da noch an Diäten denkt, ist hemmungslos verloren. Leider hat das süße Naschwerk abgefärbt auf die Story, die ziemlich zuckrig daherkommt. Dabei ist der Filmbeginn bitter: Eine Frau will im Londoner Stadtteil Notting Hill eine Bäckerei aufmachen, stirbt aber kurz davor bei einem Unfall.

Um ihr diesen letzten Wunsch trotzdem zu erfüllen, eröffnen die Mutter, die Tochter und die beste Freundin der Verstorbenen den Laden. Jede von ihnen hat ihre Probleme, die meisten lassen sich mit einem adretten Mann an ihrer Seite lösen. Das mag man zu Recht etwas antiquiert finden, geschäftlich geben sich die drei Damen aber fortschrittlich: Sie lassen einen Mann für sie backen.

Love Sarah, Regie: Eliza Schroeder

© SZ vom 09.09.2020

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