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Heimkinder:Missbrauch: Zeitzeugen zu "Haus Maffei" gesucht

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern sucht ehemalige Heimkinder und Zeitzeugen, die zur Aufklärung von Missbrauch im Kinderheim "Haus Maffei" in Feldafing beitragen können. Frühere Bewohner des Hauses am Starnberger See, das bis 1972 vom Landesverband des Paritätischen betrieben wurde, berichten von schwerer sexualisierter Gewalt und Misshandlungen in den 60er- und 70er-Jahren; sie waren vom Münchner Jugendamt dort untergebracht worden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat zuletzt mehrfach angekündigt, die Vergangenheit aufklären und den Betroffenen helfen zu wollen. Mit einer Vorstudie hat er Annette Eberle, Professorin für Pädagogik in der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule und Expertin für Heimerziehung, beauftragt.

Eberle will deshalb mit weiteren früheren Feldafinger Heimkindern sprechen, aber auch mit Zeitzeugen: "Für die fundierte, vom Verband unabhängige Aufarbeitung sind Schilderungen von weiteren Betroffenen oder Zeugen der gewaltsamen Übergriffe dringend erforderlich", wird Eberle in einer Mitteilung des Paritätischen zitiert. Vorstandsmitglied Margit Berndl verspricht, "vollständig aufklären" zu wollen und zu untersuchen, warum der Paritätische als Träger des Heims das Leid der Kinder nicht beendet habe.

Zu den Beschuldigten gehört der frühere katholische Pfarrer von Feldafing; die Diözese Augsburg hat vier früheren Bewohnern jeweils 20 000 Euro in Anerkennung des Leids gezahlt. Beschuldigt werden auch frühere Mitarbeiter des Heims. Die Informationen ehemaliger Heimkinder würden "streng vertraulich behandelt", so der Verband. Kontakt zu Annette Eberle unter Telefon 08857-88 533 oder per E-Mail unter annette.eberle@ksh-m.de.

© SZ vom 27.05.2021 / beka
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